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Gesichter des Islams

Ausstellung der Bundeszentrale für politische Bildung Gesichter des Islams

Niemand sollte Muslime auf ihre Religion reduzieren oder die erstaunliche Bandbreite aus dem Blick verlieren, wie Muslime ihre Religion verstehen. Dies sind zwei Botschaften der Ausstellung „Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland“. Seit Mittwoch zeigt die Universität Göttingen sie.

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Was glaubst du denn? Der Titel der Ausstellung, die im Universitätsgebäude Waldweg zu sehen ist.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Sie könnte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen“, meinte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) bei der Eröffnung. Mit den vielen Flüchtlingen in Deutschland nehmen „ausgrenzende Tendenzen“ gegenüber Muslimen zu, kritisierte er vor 50 Zuhörern. Die Stadt habe die Ausstellung, die 2013 von der Bundeszentrale für politische Bildung erstellt worden sei, bereits früher zeigen wollen. Allerdings sei sie zu groß für das Foyer im Neuen Rathaus.

So gibt es die Stellwände mit Fotos, Bildschirmen und Comics auf Initiative des Netzwerks Lehrerfortbildung im Waldweg zu sehen, wo es seinen Sitz hat. „Die Ausstellung ist als stetig wachsendes Projekt gedacht. Die Stellungnahmen der Jugendlichen werden zu einem Teil der Präsentation und des Internet-Auftritts www.wasglaubstdudenn.de“, sagt Dr. Dirk Jahreis vom Netzwerk Lehrerfortbildung (NLF) der Universität Göttingen, der die Ausstellung mit dem Büro für Integration der Stadt Göttingen vor Ort betreut.

„Bislang haben wir die Ausstellung immer in Schulen gezeigt“, erklärte Jutta Spoden, die Projektleiterin bei der Bundeszentrale. Schüler, so die Intention, sollten Schulklassen führen. In Göttingen haben sich 22 Jugendliche dafür vier Tage lang ausbilden lassen. Sie sind Schüler des Max-Planck- und Theodor-Heuss-Gymnasiums, der IGS Bovenden und der KGS Moringen.

„Eine sehr gute Freundin von mir ist Muslima“, begründet Celine Quehl (16) ihre Teilnahme. Ihr gefallen an der Ausstellung besonders gut die Videos, in denen sich die Muslima Melissa (16) aus Voerde vorstellt. Melissa geht auf Partys, spielt Fußball und fühlt sich ihrer Religion trotzdem sehr verbunden.

Die kurzweilige Aufbereitung des Themas lobte Islamwissenschaftler Prof. Jens Scheiner in seinem Einführungsvortrag. So könnten Jugendliche selbst ein Video aufzeichnen und ihre Meinung kundtun.
Scheiner hat seinerseits ein Projekt für Schüler gestartet, in dem sie sich mit Islambildern beschäftigen. Bei IslaMovies geht es nicht zuletzt um den kritischen Blick auf Bilder, die Medien bei der Berichterstattung über Muslime zeigen. Sie erweckten oft den Eindruck, es gebe „den Islam“, der den Westen bedrohe, meint Scheiner.

Die Ausstellung „Was glaubst du denn?! Muslime in Deutschland“ ist in der Universität Göttingen, Gebäude im Waldweg 26 (Lehrerzimmer), bis Freitag, 18. März, werktags von 13.30 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Besichtigungen und Vorträge

Die Stadt Göttingen begleitet die Ausstellung mit einem Rahmenprogramm. Im Städtischen Museum erklärt ein Vortrag „Rituelle Speisegebote in den Religionen Judentum, Christentum, Islam“ am Montag, 22. Februar, um 18 Uhr. Nach Anmeldung ist die Teilnahme an zwei Besichtigungen der Ditib-Moschee am Donnerstag, 25. Februar, und am Dienstag, 15. März, um 16 Uhr möglich. Eine Führung durch die Kirchenkunstsammlung und den Raum der Religionen im Städtischen Museum, Ritterplan 7/8, wird am Sonntag, 6. März, um 11.30 Uhr angeboten. „Frauen im Islam“ sind Vortragsthema von Ethnologin Barbara Aboueldahab am Montag, 14. März, um 17 Uhr im Neuen Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4.
Weitere Informationen zur Ausstellung in Göttingen unter
www.wasglaubstdudenn.de

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