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Göttingen Von der Idee zum Nobelpreis
Campus Göttingen Von der Idee zum Nobelpreis
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00:17 14.12.2016
Nobelpreisträger Stefan Hell Quelle: NR
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Göttingen

Mit Physik hat Hell studiert, "was mich immer interessiert hat." In seinem Vortrag "Grenzenlos scharf: Lichtmikroskopie im 21. Jahrhundert" erklärte der Wissenschaftler seinen Werdegang und seine Erfindung. Als Doktorand kam ihm die Idee, die Lichtmikroskopie zu verbessern. "Die Schärfe, die man damals bekommen hat, lag im Argen", sagte Hell. Er wollte sich nicht mit der von Ernst Abbe 1873 definierten und in der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts als unüberwindbar geltenden Beugungsgrenze abfinden.

1993, Hell war an der finnischen Universität Turku tätig, fand er die Lösung mit der von anderen Physikern beschriebenen "stimulierten Emission". "Die stimulierte Emission macht nichts anderes als Moleküle dunkel", erklärt Hell (53) scheinbar einfach den Vorgang, den er zur  Realisierung seiner  jahrelangen Entwicklung der heute in der Forschung eingesetzten STED-Mikroskope nutzte. Seine 1994 veröffentlichte Arbeit brachte nicht den erhofften Durchbruch: "Die Leute glaubten damals nicht daran." Mit dem Wechsel an das Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie im Jahr 1997 verbesserten sich für Hell die Möglichkeiten, die Technik weiterzuentwickeln. Und die Überwindung der Beugungsgrenze per STED-Mikroskopie konnte bewiesen werden.

Die Technologie bringt den scharfen Blick in lebende Nervenzellen, Moleküle oder dreidimensionale Strukturen, indem der Lichtstrahl des STED-Mikroskops nur das zu untersuchende Objekt anschaltet und umliegende Moleküle abschaltet beziehungsweise im Dunkeln lässt. So ist das Problem der im Lichtmikroskop verschwimmenden und unscharf zu erkennenden Moleküle gelöst worden.

"Ich habe heute noch viel Spaß daran, es mit der normalen Auflösung zu vergleichen", sagte Hell im Vortrag beim Blick auf die Unterschiede von Aufnahmen mit einem Licht- und einem STED-Mikroskop. Das es heute so ist, ist für den Nobelpreisträger "ganz einfach, man packt die Wurzel da rein." Um seine Wurzel-Formel hat Hell das Abbesche Gesetz ergänzt. Aus seiner Sicht "ganz einfach". Dafür wurde der Physiker am 10. Dezember 2014 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

Das Datum 10. Dezember sei kein schlechtes Datum, um einen Preis zu erhalten, sagte Physikprofessor Hell bei der Festveranstaltung zu  Dr. Martin Krenkel und Dr. Hendrik Schröder. Sie waren zuvor vom Vorsitzenden des Universitätsbundes, Prof. Arnulf Quadt, mit dem mit 5000 Euro dotierten Dissertationspreis 2015 ausgezeichnet worden, den der Universitätsbund mit Förderung der  AKB-Stiftung jährlich verleiht. Chemiker Schröder hat anwendungsorientiert ein Verfahren zur Verbesserung von Kunststoffen entwickelt. Die Dissertation von Physiker Krenkel hat eine Röntgen-Methode zum Thema, die die Darstellung von Zellen in weichem Gewebe verbessert.

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www.alumni-goettingen.de

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