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Göttingen: Auswirkungen einer umweltfreundliche Bewirtschaftung

Dritter Weg Göttingen: Auswirkungen einer umweltfreundliche Bewirtschaftung

Die umweltfreundliche Bewirtschaftung eines Ackers kann einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten, auch wenn die strikten Vorgaben der ökologischen Landwirtschaft nicht zu 100 Prozent eingehalten werden. Das haben Agrarökologen der Universität Göttingen herausgefunden.

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Beitrag zum Artenreichtum: Agrarlandschaft in Estland mit blühenden Ackerrandstreifen.

Quelle: Marja

Göttingen. Die Wissenschaftler verglichen die Folgen einer „umweltfreundlichen Bewirtschaftung“ mit denen einer streng ökologischen sowie einer konventionellen Bewirtschaftung von Ackerflächen.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie zahlreiche Ackerflächen im neuen EU-Mitgliedsstaat Estland. Diese wurden im Rahmen von estländischen Agrarumweltmaßnahmen bewirtschaftet, die unter anderem den Anbau von mindestens 15 Prozent Hülsenfrüchtlern fordern, dauerhafte Ackerrandstreifen, den Schutz wertvoller Landschaftselemente und einen reduzierten Einsatz von Agrochemikalien.

Ein völliger Verzicht auf Pestizide und mineralischen Dünger wie beim ökologischen Landbau war hingegen nicht gefordert.

Die Forscher fanden heraus, dass auf den ökologisch bewirtschafteten Flächen am meisten blühende Pflanzen und Vogelarten vorkommen. Die umweltfreundliche Bewirtschaftung führte im Vergleich zur ökologischen beziehungsweise konventionellen Bewirtschaftung zu mittleren Werten. Dagegen war der Artenreichtum der Hummeln sowohl auf ökologischen wie umweltfreundlichen Flächen höher als bei den konventionell bewirtschafteten Betrieben.

Alternative wird in Estland sehr gut angenommen

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass umweltfreundliches Management jenseits des Gegensatzes zwischen ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung eine vielversprechende Alternative zu sein scheint“, erläutert Dr. Riho Marja von der estländischen Universität Tartu, der die Studie während eines Gastaufenthaltes an der Universität Göttingen durchführte.

„Diese Alternative wird zumindest in Estland sehr gut von den Landwirten angenommen und leistet einen signifikanten Beitrag zum Artenreichtum in der Agrarlandschaft.“

Dr. Péter Batáry und Prof. Dr. Teja Tscharntke, die die Arbeit betreuten, können sich vorstellen, dass von den Ergebnissen Anreize ausgehen, jenseits der eingefahrenen Zweiteilung zwischen ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung neue Wege zu beschreiten.

„Umweltfreundliches Management mit reduziertem Einsatz von Dünger und Pestiziden kann eine wichtige Alternative und ein dritter Weg für Landwirte sein und einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt darstellen. Allerdings bedarf es dazu klarer Regeln, die auch überwacht und möglicherweise mit einer für den Konsumenten verlässlichen Zertifizierung gekennzeichnet werden müssen“, so die beiden Agrarökologen.

 pug

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