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Rosetta-Mission: Geröllfelder auf 67P erschweren Auffinden der Landeeinheit

Uni Göttingen Rosetta-Mission: Geröllfelder auf 67P erschweren Auffinden der Landeeinheit

Abydos“ heißt die Landestelle, die Philae am 12. November 2014 erreicht hat. Das kleine Raumschiff Philae ist die Landeeinheit der ESA-Raumsonde Rosetta, die den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erkundet. An anderer Stelle als geplant, ist Philae gelandet und muss jetzt gesucht werden.

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Im Dezember aus 18 Kilometern Entfernung aufgenommen: Philae-Landeregion auf dem Kometen 67P.

Quelle: ESA/MPS

Göttingen. Messungen per Radiowelleninstruments ergaben, dass das Suchgebiet eine Region von 350 mal 30 Metern am Außenrand des Hatmehit-Beckens auf dem Kopf, dem kleineren Teil, des Kometen ist. Hohe Klippen ragen dort empor, die Oberfläche ist zerfurcht und gleicht einem Geröllfeld. „Für das Auffinden von Philae ist dieses Gebiet äußerst ungünstig“, erklärt Dr. Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Leiter des Osiris-Teams. Seit Wochen werten er und sein Team Aufnahmen aus. „Wir haben schon mehrere Strukturen entdeckt, die der Landeeinheit ähnlich sehen. Doch bei keinem dieser Kandidaten sind wir uns sicher“, fasst Sierks den aktuellen Stand zusammen.
Das Problem: Nach der Landung entfernte sich Rosetta (und mit ihr das Kamerasystem Osiris) vom Kometen und umkreist ihn seitdem in Entfernungen von etwa 18 und 28 Kilometern von der Oberfläche. Mit einer Größe, die vergleichbar ist mit der einer Waschmaschine, überdeckt Philae selbst auf Osiris-Bildern, die aus 18 Kilometern Abstand aufgenommen werden, gerade einmal 3 Pixel. „Die Geröllfelder im Bereich der Landestelle sind übersät von Strukturen dieser Größe“, erklärt Sierks.

Philaes ungeplanter Irrflug über die Kometenoberfläche lässt sich bisher nur unvollständig rekonstruieren. Daten von Philaes Bordcomputer, die kurz nach der Landung zur Erde gefunkt wurden, geben die Uhrzeiten der drei „Aufsetzer“ an: 16.43 Uhr, 18.25 Uhr und zuletzt 18.32 Uhr. Messungen des Magnetometers Romap legen nahe, dass Philae um 17.20 Uhr – während des ersten Hüpfers - die Oberfläche kurz berührte oder streifte. Den ersten Teil dieser Reise konnte Osiris begleiten: Eine Serie von 19 Bildern zeigt den sechsstündigen Landeanflug, ein Abdruck des Landegestells im Kometenstaub dokumentiert das erste Aufsetzen und auf weiteren Aufnahmen ist Philae im Schwebeflug zu erkennen. Nur das entscheidende Bild, Philae an der endgültigen Landestelle, steht noch aus.

Wann dieses vorliegen wird, ist noch unklar. Für Mitte Februar plant die ESA einen näheren Vorbeiflug am Kometen: Nur sechs Kilometer sollen Rosetta dann von seiner Oberfläche trennen. So nah ist die Raumsonde „ihrem“ Kometen bisher noch nicht gekommen. Allerdings ist ein Überflug der Landeregion nicht vorgesehen. Stattdessen wird Rosetta ihr Augenmerk auf den Körper des Kometen, den größeren der beiden Teile, richten. „Der Zeitplan für Rosetta‘s wissenschaftliche Aktiviäten ist sehr voll und wird mehrere Monate im Voraus festgelegt. Eine umfangreiche Kampagne zur Suche nach Philae hatten wir für diesen Vorbeiflug deshalb nicht eingeplant“, so Matt Taylor von der ESA, wissenschaftlicher Leiter der Rosetta-Mission.

Nach dem Vorbeiflug wird Rosetta in einem deutlich größeren Abstand als bisher um 67P/Churyumov-Gerasimenko kreisen. Das OSIRIS-Team hofft nun, dass sich im späteren Verlauf der Mission eine andere Gelegenheit ergeben wird, die Landeregion aus der Nähe zu betrachten – und damit günstigere Bedingungen, um das Raumschiff auf der Kometenoberfläche zu entdecken.

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