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Richard von Weizsäcker: Aufnahme an Göttinger Uni war „Lebensglücksfall“

Altbundespräsident über seine Göttinger Studienzeit Richard von Weizsäcker: Aufnahme an Göttinger Uni war „Lebensglücksfall“

Richard von Weizsäcker hat von 1945 bis 1949 Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität studiert. Am Sonnabend ist der 1920 in Stuttgart geborene Altbundespräsident in Berlin gestorben. Die Universität erinnert an den Staatsmann, der von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 Bundespräsident war, auf ihrer Website.

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Richard von Weizsäcker (1920-2015)

Quelle: dpa

Göttingen. Im Tageblatt erschien im Januar 2008 die erste Folge der Serie „Zehn Fragen an 100 Ehemalige der Georg-August-Universität“: Richard von Weizsäcker beantwortete als erster die Fragen. So bezeichnete er „die Aufnahme an der Göttinger Universität als einen wahren Lebensglücksfall.“ Das Studium nach Kriegsende beschrieb er als „ein einziges großes Studium generale, so wie ich es in Erinnerung habe, mit den Schwerpunkten Geschichte und Theologie, Russische Literatur und in geringerem Umfang Philosophie. Die Jurisprudenz war eine harte und gesunde Schule für mich; nicht eigentlich mein Lieblingsfach, aber mein Examensziel.“
In Erinnerung war Weizsäcker geblieben, dass das Theater einer seiner Lieblingsorte war: „Fritz Lehmann, der die Musik leitete, gab uns die Chance, jede Aufführung in der Oper auf den Stehplätzen für eine Mark zu besuchen. Das haben meine Freunde und ich ausgenützt. Wir lernten die vier Mozart-Opern Entführung, Figaros Hochzeit, Don Giovanni und die Zauberflöte fast auswendig, dazu Fidelio, Macht des Schicksals, Carmen und Rosenkavalier. Auch das war ein Studium generale für das Leben.“

Beeindruckt zeigte sich der spätere Jurist von Franz Wieacker, dessen erste, später berühmt gewordene Vorlesung über die Privatrechtsgeschichte der Neuzeit Weizsäcker als Student erlebte. „Das wurde für mich zum eigentlichen Grundverständnis der Jurisprudenz als der Lehre vom geregelten und humanen Zusammenleben. Es war der prägende Einblick in die Geschichte der Kultur“, betonte Weizsäcker.  Sein Rat an Studierende im Jahr 2008 lautete: „Sich lieber auch etwas Zeit zu nehmen und das eigene Fach in die Geistes- und Naturwissenschaft einzuordnen. Nicht jede Universität kann das, aber Göttingen traue ich es zu. Und nutzen Sie gegebene Chancen zu Auslandsstudienaufenthalten, sofern sie erreichbar sind. Für uns ging das damals nicht.“

Ein Interview mit Altbundespräsident Weizsäcker, das die Universität zu den Jubiläumsfeierlichkeiten der Georgia Augusta im Jahr 2012 aufzeichnete, ist auf der Website der Hochschule ebenso zu finden wie ein Nachruf des Instituts für Demokratieforschung.

www.uni-goettingen.de

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