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„Zeit für ein neues Europa“

Vortragsreihe der Akademie „Zeit für ein neues Europa“

Denkanstöße zur Europäischen Union bietet die 13. Göttinger Akademiewoche vom 18. bis 21. September. Unter dem Motto „Zeit für ein neues Europa“ sprechen Wissenschaftler und Europaexperten über mehr oder weniger Europa, kritische Opposition und den Spagat zwischen Vielfalt und Einheit.

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Quelle: dpa

Göttingen. Europa sei in Bewegung, an allen Ecken und Enden bebe es, so begründet das Organisationsteam die Auswahl des Themas für die 13. Akademiewoche vom 18. bis 21. September. Die Veranstaltungsreihe wurde von der Arbeitsgruppe Europa mit Prof. Kilian Bizer, Prof. Andreas Busch, Prof. Renate Ohr, Prof. Frank Schorkopf und Prof. Stefan Tangermann vorbereitet. Brexit, Schuldenkrise, Flüchtlingskrise, Einengung der nationalen Politikgestaltung, Intransparenz: Es gebe viele große Themen und ebenso viel Unzufriedenheit in der EU. Gleichzeitig werde es immer deutlicher, dass ein gemeinschaftlich starkes Europa notwendig sei.

Am Montag, 18. September, spricht Thomas Schmid, ehemaliger Chefredakteur der „Welt“-Gruppe, zum Thema „Weniger Europa ist mehr Europa. Wie die EU wieder Fahrt aufnehmen kann“. Die EU brauche einen neuen Schub, einen neuen Aufschwung, der nicht mehr der Idee des „Mehr Europa“ um jeden Preis folge.

„Immer enger? Überlegungen zum Ende einer Erfolgsgeschichte“ heißt der Vortrag von Peter Graf Kielmansegg am Dienstag, 19. September. Kielmansegg war Professor für Politikwissenschaften in Darmstadt, Köln und Mannheim und zwischen 2003 und 2006 Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. In seinem Vortrag behandelt er drei zentrale Fragen: Wie erklärt sich der Erfolg der EU in den ersten Jahrzehnten, wann schlug die Erfolgsgeschichte in eine Krisengeschichte um, und warum kam es zu diesem Umschlag?

Jürgen Trabant, Professor für Romanische Sprachwissenschaften an der FU Berlin und für Europäische Mehrsprachigkeit an der Jacobs University Bremen, hält am Mittwoch, 20. September, den dritten Vortrag der Reihe. Die Sprachen Europas, so Trabant, seien auch ein gewaltiges Kommunikationshindernis. Er berichtet über eine starke Bewegung für die Verbreitung des globalen Englisch (Globalesisch). Doch was sei dann mit den Verlusten der Sprachvielfalt?

Über „Europas neue Kraft: schützen, improvisieren, widersprechen“ spricht am Donnerstag, 21. September, der Politikwissenschaftler und Historiker Luuk van Middelaar. Middelaar lehrt EU-Recht und Europastudien in Leiden und Louvain. Zwischen 2010 und 2014 war er Redenschreiber und Berater für den Europäischen Ratspräsidenten Herman Van Rompuy. Europa, so Middelaar, müsse nicht nur Freiheit bieten, sondern Sicherheit auch denen, die ihre Arbeit, ihren Alltag in Gefahr sehen.

Die Vorträge beginnen um 18.15 Uhr im Alten Rathaus Göttingen. Im Anschluss ist nach Angaben der Akademie der Wissenschaft Zeit für Fragen und Diskussionen eingeplant.

Von Christiane Böhm

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