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Göttinger Astrophysiker an Entwicklung von Teleskop-Kamera beteiligt

Neue Ära der Präzisionsastronomie Göttinger Astrophysiker an Entwicklung von Teleskop-Kamera beteiligt

Astrophysiker der Universität Göttingen sind an der Entwicklung einer Kamera für das geplante europäische Großteleskop beteiligt. Die Europäische Südsternwarte (ESO) baut derzeit in Chile das European Extremely Large Telescope (E-ELT), das mit seinem 40-Meter-Hauptspiegel etwa 15 Mal mehr Licht sammeln kann als heutige optische Teleskope.

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Quelle: ef

Göttingen. Damit wäre es das größte optische und Nah-Infrarot-Teleskop der Welt. Ein Zusammenschluss wissenschaftlicher Einrichtungen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden entwickelt in den kommenden Jahren für das Teleskop eine Kamera, die beugungsbegrenzte Abbildungen bei Nah-Infrarot-Wellenlängen erlaubt.

Micado, die „Multi-AO Imaging Camera for Deep Observations“, wurde eigens für das E-ELT konzipiert und auf dessen Eigenschaften abgestimmt. Die hohe Empfindlichkeit wird es ermöglichen, schwächste Sterne und die am weitesten entfernten Galaxien nachzuweisen. Seine beispiellose räumliche Auflösung wird Strukturen und Details in Nebeln und Galaxien aufzeigen, die weit über das hinausgehen, was derzeit möglich ist – so lässt sich zum Beispiel durch die Auflösung der Sternpopulationen in entfernten Galaxien deren Sternentstehungsgeschichte und -entwicklung untersuchen.

Und mit der hervorragenden astrometrischen Präzision von MICADO werden viele astronomische Objekte nicht mehr wie bisher statisch erscheinen, sondern ihre wahre Dynamik preisgeben. Die Messungen der winzigen Bewegungen von Sternen in Sternhaufen werden schwarze Löcher verraten, die sich in diesen Haufen verbergen; verfolgt man die Bewegungen der Sternhaufen, so erhält man neue Erkenntnisse darüber, wie sich unsere Milchstraße gebildet hat.

Der Beitrag der Göttinger Astrophysiker zum Kameraprojekt umfasst die großen Strukturen, die tonnenschwere Komponenten tragen und damit die Gesamtinstallation an das Teleskop anbinden und justieren. Eine besondere Herausforderung stellt der Nachweis der Festigkeit und Erdbebensicherheit der Anlage dar, die in einer seismisch extrem aktiven Region betrieben wird.

Der personelle und finanzielle Beitrag für diese Aufgabe umfasst etwa drei Millionen Euro. „Nach der Inbetriebnahme von Teleskop und Kamera im Jahr 2024 werden sich für uns gänzlich neue Beobachtungsmöglichkeiten eröffnen“, sagt Dr. Harald Nicklas vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen.

pug

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