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Göttinger Campus-Ansichten: Das Dach des Blauen Turms

Spektakulärer Blick Göttinger Campus-Ansichten: Das Dach des Blauen Turms

Die Tageblatt-Sommerserie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um das Dach des Blauen Turms dreht sich Folge 13.

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Blick vom Blauen Turm

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Er gehört mit dem Iduna-Zentrum, dem Neuen Rathaus und dem Kirchturm von St. Jacobi zu den höchsten Bauwerken der Stadt: der Blaue Turm am Zentralen Hörsaalgebäude der Universität. Auf seinem Dach befinden sich unter anderem Antennenanlagen, die Technik der vier Fahrstühle und der Fassadenlift für die Fensterputzer.

 

Mit einem der Fahrstühle geht es hinauf in den 13. Stock, wo die Europa- und Völkerrechtler ihre Büros haben. Das Treppenhaus führt noch ein Stockwerk höher. „Die Tür nach draußen aufs Dach ist aus Sicherheitsgründen immer abgeschlossen“, sagt Olaf Meyer von der Universitätsabteilung Fördertechnik. Nur einige Universitätsbedienstete haben den Schlüssel.

 

Foto: Hinzmann

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Draußen auf dem Dach ist zunächst einmal wenig zu sehen. Eine hohe, graue Betonmauer zieht sich einmal um die gesamte Dachfläche. Sie schützt die Schiene, auf der sich der Fassadenlift um das Gebäude herum bewegen kann. Der Lift, der eine Förderhöhe von 60 Metern hat, steht die meiste Zeit über geschützt in einer Dachgarage mit Rolltor.

 

„Wir holen ihn heraus, wenn Maurer die Fassade kontrollieren wollen, ein Fenster ausgetauscht werden muss oder der jährliche Fensterputz ansteht“, erläutert Meyer. Er und seine Kollegen sind für die Betriebssicherheit des Lifts verantwortlich, der regelmäßig gewartet und zudem vom Tüv überprüft wird.

 

Mit Gurten gesichert können bis zu zwei Personen im Lift arbeiten. „Die zulässige Traglast beträgt 200 Kilogramm“, erläutert Meyers Kollege Matthias Martin. Wird sie überschritten, greift eine Sperre. Der Lift bewegt sich dann keinen Millimeter weiter. Ist der Lift in Betrieb muss immer eine Person oben auf dem Dach anwesend sein. Sie kann die Gondel bei Notfällen nach oben ziehen.

 

Die Garage für den Lift befindet sich in einem vier Meter hohen Gebäude auf dem Blauen Turm. Darin ist auch die Technik für die Fahrstühle untergebracht. „Wenn einer ausfällt, müssen wir sofort nach oben und ihn reparieren“, sagt Martin. Anderenfalls würden sich während des Semesters schnell lange Schlangen vor den anderen drei Fahrstühlen bilden. „Pannen sind selten“, betont der Techniker. Sie warten die Anlagen vierteljährlich.

 

Das Dach des Betonwürfels auf dem Blauen Turm lässt sich über eine Außenleiter besteigen. Dort oben gibt es keine Mauer mehr. Die Aussicht und Rundumsicht auf die Stadt und das Leinetal ist spektakulär. Die hohe Lage verschafft nicht nur Überblick, sondern macht das Dach auch für Mobilfunkanbieter interessant. Zahlreiche Antennen sind dort oben installiert. Und Thomas Fritsch, bei der Universität für die Multimediatechnik verantwortlich erklärt einen weiteren Nutzen des Hochhauses: „Wir betreiben hier zudem für das Universitätsklinikum eine Sendeanlage für die Pieper der Ärzte", die deren Erreichbarkeit im Stadtgebiet sicherstellt.

 

Von Michael Caspar

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