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Campus Göttingen Göttinger Chemiker erhält Förderung
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17:48 08.11.2018
Ansicht des Gebäudes des Instituts für Organische und Biomolekulare Chemie der Universität Göttingen. Quelle: Wenzel
Göttingen

Dr. Alexander Breder vom Institut für Organische und Biomolekulare Chemie der Universität Göttingen hat einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Breder erhält für sein Projekt, das unter anderem für die Arzneimittelherstellung von Bedeutung ist, über fünf Jahre eine Förderung von eineinhalb Millionen Euro.

Breder untersucht im Projekt „Electrophilicity-Lifting Directed by Organochalcogen Redox-Auxiliaries and Diversiform Organocatalysis (ELDORADO)“ mit seiner Gruppe, wie einfache ungesättigte Kohlenwasserstoffe durch Oxidationsreaktionen selektiv funktionalisiert werden können. Besonders herausfordernd ist hierbei, dass lediglich sichtbares Licht als kostengünstige Energiequelle und Umgebungsluft als erneuerbares und umweltfreundliches Oxidationsmittel dienen sollen.

Neue Strategien für lichtabhängige Synthese

Die gezielte oxidative Umwandlung von Kohlenwasserstoffen wie beispielsweise Alkenen in funktionalisierte Spezialchemikalien ist unter anderem in der Arzneimittelindustrie von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wollen die Forscher mittels der ERC-Förderung neuartige Strategien für die licht- und luftabhängige Synthese von organischen Zielverbindungen entwickeln. Grundlage sind hierbei sogenannte homogene Katalysatoren, also kleine Moleküle, die in gelöster Form eine beschleunigende Wirkung auf chemische Prozesse ausüben, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Auf diese Weise sollen gravierende Nachteile, die im Zusammenhang mit herkömmlichen chemischen Verfahren stehen – etwa die Koproduktion von schwer entsorgbaren Schadstoffen oder die Aufrechterhaltung von energieaufwendigen Reaktionsbedingungen – weitestgehend vermieden werden.

Alexander Breder will strukturell komplexe Moleküle mit geringerem Aufwand herstellen. Quelle: R

„Die Verwendung von bestimmten organischen Verbindungen des Schwefels und Selens als Katalysatoren bieten vollkommen neue und vielversprechende Möglichkeiten in der Synthesechemie“, sagt Breder. Innovative Synthesekonzepte sollen fortan dazu dienen, um strukturell komplexe Moleküle, die bislang nur über sehr umständliche Reaktionswege zugänglich gemacht werden konnten, mit vergleichsweise geringem Material- und Zeitaufwand darzustellen.

Innovative Ideen verfolgen

Alexander Breder, Jahrgang 1978, absolvierte sein Chemiestudium an der Universität Bielefeld und wurde 2010 an der ETH Zürich promoviert. Als DAAD-Stipendiat war er an der Stanford University in Kalifornien. Seine Habilitation an der Universität Göttingen schloss er 2017 ab. Breder wurde 2014 in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen.

Mit den Starting Grants des ERC unterstützt die Europäische Union Nachwuchsforscher beim Aufbau ihrer wissenschaftlichen Karriere. Die Fördergelder sollen ermöglichen, ein eigenständiges wissenschaftliches Profil zu entwickeln und innovative Ideen zu verfolgen.

Von Christiane Böhm

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