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Göttingen Göttinger Ethnologen fotografieren ihre ältesten Bestände
Campus Göttingen Göttinger Ethnologen fotografieren ihre ältesten Bestände
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16:15 26.02.2018
In der Ethnologischen Sammlung werden sämtliche Objekte fotografisch erfasst. Hier fotografiert Harry Haase eine Tasche, zurechtgelegt von Jens Matuschek. Gerhard Hundertmark bearbeitet die Fotos am Laptop. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

„18.000 Objekte umfasst die Sammlung des Instituts für Ethnologie“, berichtet Kustos Michael Kraus. „Etwa die Hälfte davon habe ich während meiner fast 40-jährigen Tätigkeit als technischer Mitarbeiter bereits fotografiert“, sagt Harry Haase, der 2016 in Ruhestand ging. „Diese Bilder überführe ich in die Datenbank, mit der die Universität alle Objekte ihrer Sammlungen über das Internet weltweit einsehbar machen will“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter Jens Matuschek.

Projekt läuft seit Juli 2016

„Bis Juli sollen sämtliche ethnologische Objekte des alten Göttinger Akademischen Museums aus den Jahren 1773 bis 1843 fotografiert werden“, betont Kustos Kraus. Seit Juli 2016 laufe dieses Projekt. Unter den Stücken befänden sich einige der attraktivsten Objekte der Sammlung. Viele davon sollten auch künftig in der Dauerausstellung zu sehen sein, die während der Gebäudesanierung komplett neu konzipiert und zudem erweitert werde. Da die Stücke in dieser Zeit nur sehr schwer zugänglich seien, benötigten die Ausstellungsmacher die Bilder. Zudem entstehe in dieser Zeit das neue Wissensmuseum der Universität, das ebenfalls ethnologische Objekte zeigen wolle.

„Um bei der fotografischen Dokumentation des Altbestands zu helfen, arbeite ich noch immer 20 Stunden im Monat“, sagt Ruheständler Haase. Donnerstags komme er ins Institut. „Ich suche bereits am Vortag – je nach Größe der Objekte – zwischen vier und 30 Stücke aus“, berichtet Mitarbeiter Matuschek. Er bringe sie in den Keller.

Ein Fotostudio im Keller der Ethnologischen Sammlung

Dort dient ein großer, mit Regalen und Kartons vollgestellter Raum als Fotostudio. Unter der Decke verlaufen Heizungsrohre. „Sie verursachen Temperaturschwankungen, was für die Objekte nicht gut ist“, bedauert der Kustos. Zudem gebe es Probleme mit Feuchtigkeit, sagt er und zeigt auf den Putz, der an einigen Stellen von der Wand platzt. „Wir sind heilfroh, dass das Land das Gebäude für 4,2 Millionen Euro saniert“, meint er.

Matuschek packt die in Kunststoffbeuteln oder Seidenpapier verpacken Objekte aus. Er trägt dabei weiße Baumwoll-Handschuhe, die die empfindlichen Stücke gegen Schweiß schützen. Haase hilft dem Fotografen Gerhard Hundertmark, der wie er Diplom-Design studiert hat. Hundertmark ist bei den Göttinger Geowissenschaftlern angestellt, fotografiert aber seit einem Jahr zusätzlich bei den Zoologen. Auch die dokumentieren ihre Bestände im Bild.

Fotografien mit Farbskala und Zentimetermaß

Mit mehreren LED-Scheinwerfern leuchtet Hundertmark die Objekte aus. Neben sie legt er jeweils eine Farbskala und ein Zentimetermaß. „Wir fotografieren die Stücke jeweils von vorne, hinten und in Perspektive sowie interessante Details“, führt der Angestellte aus. Die Fotodateien würden gleich bearbeitet und in verschiedenen Formaten abgespeichert.

„Parallel dazu fotografiert Haases Nachfolgerin, die wissenschaftliche Mitarbeiterin Nicole Zornhagen, mit studentischen Hilfskräften die neueren Objekte der Sammlung“, führt der Kustos aus. Bis alles in Bildern erfasst sei, würden wohl noch einige Jahre vergehen. Derzeit bleibe nicht viel Zeit für diese Tätigkeit. „Ich verpacke seit November die Objekte für den Transport ins Zwischenlager“, berichtet Zornhagen. „Nur um die wertvollsten Stücke soll sich eine Transportfirma kümmern“, ergänzt der Kustos. Alles käme in ein 300 Kubikmeter großes Lager in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek. Ein kleiner Teil der Sammlung werde in den kommenden zwei Jahren in einem Raum im Kulturwissenschaftlichen Zentrum gezeigt.

Von Michael Caspar

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