Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttinger Forscher bekommen neuen Supercomputer
Campus Göttingen Göttinger Forscher bekommen neuen Supercomputer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:03 07.03.2018
Mehr Rechenleistung für Norddeutschlands Wissenschaftler: Dr. Philipp Wieder (GWDG, von links), Thomas Theissen, Dr. Sabine Johannsen Staatssekretärin, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel,Prof. Dr. Norbert Lossau und Peter Waue vom Ministerium. Quelle: Christina Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Am Mittwoch wurde in der Universität Göttingen der Kaufvertrag für die Beschaffung des Rechensystems unterzeichnet.

Der neue Supercomputer ist eine gemeinsame Anschaffung des Norddeutschen Verbunds für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN), in dem die sieben norddeutschen Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vertreten sind. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit fünf Millionen Euro an den Investitionskosten.

Der neue Hochleistungsrechner HLRN-IV ist das Nachfolgemodell des aktuellen Supercomputers HLRN-III, der in Berlin sowie an der Leibniz Universität Hannover installiert ist. Bei der Ausschreibung für den Supercomputer der vierten Generation hatte sich erstmals auch Göttingen als Standort beworben und 2015 prompt den Zuschlag erhalten.

Ausschlaggebend waren nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe. Hochleistungsrechner verbrauchen enorm viel Strom. Die Uni Göttingen verfüge über ein eigenes Heizkraftwerk und dezentrale Blockheizkraftwerke, sagte Uni-Vizepräsident Professor Norbert Lossau bei der Vertragsunterzeichnung im Aula-Gebäude. Göttingen sei der energiegünstigste Standort, erklärte auch die Staatssekretärin im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Sabine Johannsen.

Der Supercomputer HLRN-IV hat eine Leistung von etwa 16 PetaFlop/s (ein Petaflop bedeutet eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde). Mit einer Viertelmillion Rechenkernen ist er etwa sechsmal schneller als das bisherige System. Damit könnten Wissenschaftler künftig ihre Forschungen deutlich erweitern, sagte der stellvertretende Leiter der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung in Göttingen (GWDG), Philipp Wieder. Forscher nutzen solche Superrechner, um komplexe Modellrechnungen vornehmen zu können. Vor allem Umwelt-, Klima- und Meeresforscher benötigen gigantische Rechenressourcen für ihre Simulationen, beispielsweise zur Vorhersage von Wirbelstürmen oder zur Optimierung von Windenergieanlagen. Andere Forschungs- und Anwendungsbiete sind beispielsweise die Astrophysik, Bioinformatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Teilchenphysik.

Die Installation der ersten Phase soll im Herbst beginnen, die Komponenten hierfür sollen in der Fernmeldezentrale der Universität Göttingen untergebracht werden. 2019 folgt dann der Vollausbau an einem weiteren Standort in Göttingen, der allerdings noch nicht feststeht. Die beiden Betreiberzentren in Berlin und Göttingen werden über eine Glasfaserleitung verbunden. Die Betriebskosten für die beiden Standorte liegen über fünf Jahre bei 20 Millionen Euro, die von den Ländern aufgebracht werden.

Installieren wird den Rechner die Firma Atos, die zu den international führenden Anbieter von Big Data und „High Performance Computing“ gehört und unter anderem bereits das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen mit Superrechnern ausgestattet hat.

Von Heidi Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Institut für Demokratieforschung ist nach Ansicht von Studierenden und Universitätsangehörigen bedroht. Auf dem Campus ist die Rede von einer Neuausrichtung. Die Universität teilt mit, „das Präsidium beschäftigt sich zurzeit mit der Frage der Nachbesetzung der Professur von Franz Walter.“

10.03.2018

Mit einem Vortrag über den Klimawandel und seine möglichen Auswirkungen ist am Dienstag die Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ zu Ende gegangen. Professor Harald Lesch wagte mit seinen gut 900 Zuhörern im voll besetzen Saal 011 des ZHG der Uni Göttingen einen Blick in die Zukunft.

13.03.2018
Göttingen Ausgeblüht: Göttinger Titanwurz - Das schlaffe Ende

Viele Tage hat er für Freude gesorgt, jetzt ist der Kolben der Titanwurz erschlafft: Die Blüte im Alten Botanischen Garten liegt danieder.

07.03.2018
Anzeige