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Kurzschlüsse auf der Sonne

Magnetfeldforschung Kurzschlüsse auf der Sonne

Kurzschlüsse verursachen die Aufheizung der Sonne: Wenn zwei Magnetfeldlinien aufeinander treffen, werden extrem schnell enorme Energiemengen freigesetzt. Das konnten Göttinger Sonnensystemforscher direkt und im Detail beobachten.

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Die Aufheizung der Sonne verursachen Kurzschlüsse, wenn sich zwei Magnetfeldlinen kreuzen.

Quelle: Nasa

Göttingen. Im Universum spielen Magnetfelder eine entscheidende Rolle, sei es bei der Entstehung der ersten Strukturen im frühen Universum, bei der Sternentstehung oder bei den Aktivitätszyklen der Sonne und anderer Sterne. Wenn sich Feldlinien lösen und neu verbinden, verändert das die Struktur des Magnetfeldes völlig. Bei so einer magnetischen Rekonnexion werden große Mengen magnetischer Energie in andere Formen von Energie umgewandelt, zum Beispiel in Bewegungsenergie, wenn Teilchen beschleunigt werden oder in thermische Energie, wenn das umliegende Plasma aufgeheizt wird.

Bilder des Satelliten Solar Dynamics Observatory (SDO) sowie zeitgleiche Magnetfeldmessungen mit dem Instrument Helioseismic and Magnetic Imager (HMI) - ebenfalls an Bord von SDO - haben nach Angaben des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) eine wichtige Variante der Rekonnexion, eine sogenannte X-Typ Rekonnexion, ergeben. Hierbei bilden die Feldlinien kurze Zeit ein X.

Prof. Hardi Peter vom MPS war an der Auswertung der Daten eines internationalen Teams beteiligt und setzte sie in Bezug zu den Berechnungen. Besonders beeindrucken ihn die deutlich sichtbaren Plasmoiden. So nennt man Taschen, die durch das Magnetfeld von der Umgebung isoliert sind: "Die Magnetfeldlinien nehmen die Form eines X mit einem verlängertem Balken im Schnittpunkt an. Dort sieht man kleine Inseln aus Magnetfeldern in denen eine höhere Temperatur herrscht, genau wie von der Theorie vorhergesagt." Zwar hatten Beobachter schon nach diesen rundlichen Regionen mit erhöhter Temperatur Ausschau gehalten, Hinweise darauf wurden aber nur selten gefunden, vor allem nicht in solcher Klarheit wie in dieser Studie, teilte das MPS mit.

Mit dieser Beobachtung hat sich nach MPS-Angaben bestätigt, dass heiße Plasmoide bei magnetischen Kurzschlüssen in der Sonnenatmosphäre eine wichtige Rolle spielen. Damit eröffnen sich neue Aspekte bei der Interpretation auch anderer Phänomene auf der Sonne.

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