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„Was ist denn da auf dem Kometen los?“

Finale der „Rosetta“-Mission „Was ist denn da auf dem Kometen los?“

Zwölf Jahre nach dem Start der Kometenmission „Rosetta“ bereiten sich Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen jetzt auf das Finale vor. Am 30. September soll die 2004 gestartete Raumsonde gezielt auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zum Absturz gebracht werden.

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Scharfe Aufnahmen aus 600 Millionen Kilometer Entfernung: Holger Sierks, wissenschaftlicher Leiter des Kameraprojekts der „Rosetta“-Mission, zeigt einige spektakuläre Aufnahmen des Kometen „67 P“. foto: nie

Göttingen. „Das ist eine unglaublich spannende Zeit“, sagt Holger Sierks. Er ist der Leiter des Teams, das die Spezialkamera „Osiris“ gebaut hat. Das Kamerasystem fotografiert von der Sonde aus mit einem Weitwinkel und einem Teleobjektiv regelmäßig die Oberfläche des Kometen ab. Mehr als 50000 Bilder hat Osiris bereits geliefert. Das Beste kommt aber erst noch, freut sich Sierks: „Wir werden Bilder aus nächster Nähe in einer bislang unerreichten Auflösung bekommen.“

Für den Göttinger Wissenschaftler, der bereits seit 19 Jahren zunächst als Projektmanager und später als wissenschaftlicher Leiter das Kameraprojekt betreut, ist das Ende der Mission denn auch ihr eigentlicher Höhepunkt: „Nie zuvor hatten wir die Möglichkeit, einen Kometen so genau zu beobachten.“ Derzeit kreist die Sonde in einer Entfernung von rund acht Kilometern um den dampfenden und staubenden Himmelkörper, der aus der Anfangszeit des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren stammt. In den kommenden Wochen wird sich die Sonde dem etwa vier Kilometer langen Kometen weiter nähern.

Am 25. September beginnt das Finale. Der kontrollierte Absturz von „Rosetta“ ist bereits die zweite Landung auf dem Kometen. Im November 2014 hatte die Muttersonde den Lander „Philae“ auf den Weg zu „67P“ geschickt. Das Labor war nach dem Aufsetzen von der harten Oberfläche des Kometen abgeprallt und an einem Standort gelandet, wo kaum Sonnenlicht hinkam. Wo genau sich „Philae“ befindet, haben die Forscher immer noch nicht sicher ausmachen können. In den kommenden Wochen wollen sie weitere Suchaktionen starten.

Anders als „Philae“ lässt sich „Rosetta“ steuern. Die Muttersonde wird mit einer Geschwindigkeit von einem halben Meter pro Sekunde langsam auf den Kometen niedergehen. Während des Sinkfluges wird die Kamera alle 20 Sekunden ein Bild machen, jeweils eines mit dem Teleobjektiv und zwei mit dem Weitwinkel, um möglichst viele Facetten des Kometen erfassen zu können.

Die Wissenschaftler sind gespannt, welche Erkenntnisse sie dabei gewinnen. Einige Überraschungen gab es bereits: Aus den Bildern lässt sich etwa ersehen, dass der Komet jeden Tag zur gleichen Zeit in den gleichen Regionen aktiv ist - sechs Stunden lang tritt Gas aus, dann ist Ruhe. Am meisten verblüfft war Sierks, als er feststellte, dass sich auf der Oberfläche große Blöcke bewegt hatten und teilweise mehr als 100 Meter gewandert waren. „Wir wissen nicht, wie sie das machen.“ Gerade das mache die Mission so faszinierend: „Man guckt auf die Bilder und denkt: Was ist denn da auf dem Kometen los?“

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