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Göttingen Rossby-Wellen auf der Sonne entdeckt
Campus Göttingen Rossby-Wellen auf der Sonne entdeckt
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14:31 12.05.2018
Entdeckung von Rossby-Wellen auf der Sonne. Dies sind wirbelförmige Wellen, die sich entgegengesetzt zur Rotationsrichtung der Sonne bewegen. Ihre Amplitude ist in Äquatornähe am größten. Quelle: MPS /R
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Göttingen

40 Jahre lang wurde über die Existenz der solaren Wirbel, sogenannter Rossby-Wellen, spekuliert. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Astronomy“ berichten die Forscher, dass sich die Wirbel entgegengesetzt zur Rotationsrichtung der Sonne ausbreiten. Rossby-Wellen, auch als planetarische Wellen bezeichnet, sind großräumige Wellenbewegungen im Ozean oder der Erdatmosphäre.

Die Wellen erscheinen als Jetstream, der kalte Polarluft im Norden von wärmerer subtropischer Luft weiter südlich trennt. Manchmal erreichen diese Wellen die äquatorialen Regionen und können sogar das Wetter in Australien beeinflussen. Im Prinzip entstehen Wellen dieser Art auf jeder rotierenden Kugel aufgrund der Coriolis-Kraft.

Die Entdeckung war schwierig

„Solare Rossby-Wellen sind gigantisch, ihre Wellenlängen vergleichbar mit dem Sonnenradius”, erklärt Professor Laurent Gizon, Leiter des Forscherteams und Direktor des MPS. Die Wirbel seien ein wesentlicher Bestandteil der inneren Dynamik der Sonne, da sie zur Hälfte der kinetischen Energie der Sonne beitrügen.

Dass Rossby-Wellen auch auf Sternen auftreten, wurde bereits vor etwa vierzig Jahren vorhergesagt. Ihre Entdeckung war schwierig: „Solare Rossby-Wellen haben sehr kleine Amplituden und Perioden von mehreren Monaten, sodass sie extrem schwer zu erkennen sind“, sagt Gizon. Die Studie seines Teams erforderte mehrjährige, hochpräzise Beobachtungen der Sonne. Mit Hilfe einer Nasa-Sonde wurden die Wirbel im Sonneninneren in Tiefen bis zu 20000 Kilometern untersucht.

Von Julian Habermann

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