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Göttingen Kampf gegen den Hunger
Campus Göttingen Kampf gegen den Hunger
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12:32 12.04.2018
Ländliche Szene in Malawi: Vor allem in Afrika ist Hunger nach wie vor weit verbreitet. Quelle: R
Göttingen

Bisher wird das Ausmaß des Hungers in der Regel an der Zahl der Menschen gemessen, die an Kalorien- oder Mikronährstoffmangel leiden. Diese Zahl ist jedoch wenig aussagekräftig, da verschiedene Formen des Hungers ganz unterschiedliche gesundheitliche Probleme verursachen können. Die Forscher am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung zeigten nun auf, wie sich die verschiedenen Formen des Hungers mit Hilfe von Gesundheitsdaten und der Berechnung des so genannten DALY-Indexes besser messen und vergleichen lassen.

Anstatt nur die betroffenen Menschen zu zählen, berücksichtigt der DALY-Index die gesundheitlichen Folgen von Hunger und Mangelernährung, zum Beispiel erhöhte Kindersterblichkeit, körperliche und geistige Entwicklungsstörungen und verstärktes Auftreten von Infektionskrankheiten.

Folgen des Hungers konnten reduziert werden

Auf der Basis von Daten aus rund 190 Ländern berechneten die Wissenschaftler den DALY-Index für unterschiedliche Zeitpunkte. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesundheitlichen Folgen des Hungers in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert werden konnten. „Seit 1990 hat sich das Ausmaß des Hungerproblems mehr als halbiert“, erklärt Erstautorin Dr. Theda Gödecke.

Weitere statistische Analysen zeigen, dass dies in erster Linie an wirtschaftlichem Wachstum in den jeweiligen Ländern lag, außerdem an Steigerungen in der Nahrungsproduktion, einer verbesserten Ausbildung vor allem für Mädchen und Frauen sowie einer verbesserten Gesundheitsversorgung.

Gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung des versteckten Hungers

„Allerdings waren die Fortschritte bei der Bekämpfung des Kalorienmangels deutlich größer als die bei der Bekämpfung des Mikronährstoffmangels“, so Gödecke. „Allgemeine wirtschaftliche und soziale Entwicklungen sind enorm wichtig, werden aber alleine nicht ausreichen, um den Hunger in absehbarer Zeit beenden zu können“, unterstreicht Prof. Matin Qaim, Koautor der Studie. „Vor allem zur Bekämpfung des versteckten Hungers sind auch gezieltere Maßnahmen erforderlich.“ chb/pug

Von Christiane Böhm

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