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Göttinger Forscher erhält Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Preis für Nachwuchsgruppenleiter Linser vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttinger Forscher erhält Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Für seine Errungenschaften auf dem Gebiet der Kernmagnetresonanz (NMR)-Spektroskopie hat die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) Rasmus Linser mit der Felix-Bloch-Vorlesung ausgezeichnet. Der Chemiker ist Forschungsgruppenleiter am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie.

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Erforscht die Rolle von Protonen in Enzymen: Rasmus Linser.

Quelle: MPIbpC

Darmstadt / Göttingen. Die NMR-Spektroskopie nutzt die magnetischen Eigenschaften von Atomkernen, um Struktur, Eigenschaften und Funktion von Molekülen zu bestimmen. Ein Forschungsschwerpunkt von Linser ist es, die Festkörper-NMR-Spektroskopie von biologischen Molekülen methodisch weiterzuentwickeln.

Der Göttinger Forscher hat großen Anteil daran, dass diese Technik seit einigen Jahren auch genutzt werden kann, um biologische Proben zu untersuchen, die nur in geringer Menge verfügbar sind. Denn für die Festkörper-NMR-Spektroskopie war die Detektion von Protonen, die in allen Biomolekülen vorhanden sind und die höchste Empfindlichkeit bieten können, lange ein Problem: Sie hatte damit zu kämpfen, dass die starken Wechselwirkungen zwischen den Protonen ihr Signal unbrauchbar machen.

Erst mit der Kombination aus sogenanntem Magic Angle Spinning (MAS), mit hoher Rotationsgeschwindigkeit, teilweiser Proteindeuterierung und geeigneten spektroskopischen Herangehensweisen konnten die Wissenschaftler dieses Problem lösen: „Beim MAS dreht sich die Probe mit sehr hoher Geschwindigkeit in einem bestimmten Winkel zum Magnetfeld“, erklärt Linser.

„Diese ‚Zähmungsstrategien’ machen die Signale der Protonen nutzbar, um die Eigenschaften von Proteinen und anderen biologischen Molekülen mit Festkörper-NMR-Spektroskopie zu ermitteln. Das eröffnet der Technik ganz neue Möglichkeiten.“

Chemiker Linser wendet die Technik vor allem an, um die Rolle von Protonen in Enzymen zu analysieren. In diesen besonderen Proteinen sind Protonen beispielsweise an katalytischen Reaktionen beteiligt. Darüber hinaus beschäftigt sich der Wissenschaftler mit Membranen und Membranproteinen, die er gemeinsam mit Kollegen im Göttinger Sonderforschungsbereich 803 untersucht.

Linser studierte Chemie in Göttingen und Madrid (Spanien). Nach seiner Promotionsarbeit bei Bernd Reif am Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie in Berlin forschte er ab 2010 zunächst an der University of New South Wales in Sydney (Australien) und ab 2011 gleichzeitig als Postdoktorand bei Gerhard Wagner an der Harvard Medical School in Boston (USA).

Im April 2014 wechselte er nach Göttingen an das MPI für biophysikalische Chemie, wo er seitdem die Forschungsgruppe Festkörper-NMR-Spektroskopie leitet. Linser wurde 2013 mit einem Liebig-Stipendium des Verbands der Chemischen Industrie 2013 ausgezeichnet. Seit diesem Jahr wird er als Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Die Felix-Bloch-Vorlesung wird von der Fachgruppe Magnetische Resonanzspektroskopie der GDCh für „besondere Verdienste auf dem Gebiet der Magnetischen Resonanzspektroskopie“ vergeben. Die Ausschreibung ist an Wissenschaftler gerichtet, die in den vorangegangenen fünf Jahren wissenschaftlich hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der NMR-Spektroskopie erbracht haben. Linser war am Montag der erste Wissenschaftler, der die Auszeichnung erhalten hat. Die Preisverleihung war in Darmstadt.

jes/eb

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