Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Göttinger Forscher untersuchen Knie-Symmetrie bei Athleten

In die Knie gezwungen Göttinger Forscher untersuchen Knie-Symmetrie bei Athleten

Je symmetrischer die Kniegelenke eines Läufers, desto besser die Laufleistung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines internationalen Forscherteams unter der Leitung der amerikanischen Rutgers University mit Beteiligung der Universität Göttingen.

Voriger Artikel
Forscher werten Philaes Landung als Erfolg
Nächster Artikel
Beitrag von Göttinger Forschern für System-Entwicklungmodell

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London: Shelly-Ann Fraser-Pryce (rechts) und Teamkameradin Veronica Campbell-Brown.

Quelle: Robichon

Göttingen. Die Wissenschaftler konnten anhand des Körperbaus von Weltklasse-Athleten aus Jamaika zeigen, dass die Sprinter mit den symmetrischsten Knie- und Sprunggelenken die besten Laufleistungen vorweisen konnten, teilt die Universität mit. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Plos One erschienen.

Jamaikas Elite-Sprinter zählen zu den besten der Welt. Das Forscherteam unter der Leitung des amerikanischen Evolutionsbiologen Prof. Robert Trivers untersuchten 74 Mitglieder des „MVP Track and Field Club“ in Kingston, darunter die mehrfachen Weltmeister und Olympiasieger Shelley-Ann Fraser-Pryce und Nesta Carter. Je symmetrischer die Knie, umso schneller waren die Athleten auf den Laufstrecken von 100 bis 800 Meter.

Dabei wies die Gruppe der 100-Meter-Läufer den höchsten Grad der Symmetrie auf. Als Vergleichsgruppe dienten 116 Personen der Landbevölkerung aus dem Süden Jamaikas, unter denen die Symmetrie der Knie- und Sprunggelenke insgesamt geringer war.

„Da die Knie beim Sprint einer enormen Belastung ausgesetzt sind, ist Knie-Symmetrie hier für eine effiziente Laufleistung wesentlich“, erläutert der Evolutionspsychologe Dr. Bernhard Fink von der Universität Göttingen. Längere Laufstrecken beinhalten mehr Kurven, was zu einer höheren Asymmetrie von Körpermerkmalen führen kann.

Die Ergebnisse ergänzen eine Studie von Trivers und Kollegen aus dem vergangenen Jahr. Damals hatten die Wissenschaftler die Körpersymmetrie von achtjährigen Kindern auf Jamaika untersucht und einen Zusammenhang zu deren Laufleistungen im Alter von 22 Jahren nachgewiesen.

„Unsere Ergebnisse zeigen die Bedeutung der Körpersymmetrie für die gegenwärtige Laufleistung und für die Vorhersage künftiger Laufleistungen“, sagt Fink. In Folgestudien wollen die Wissenschaftler nun unter anderem den Zusammenhang zwischen Körpersymmetrie und der Kraft der Bein- und Gesäßmuskulatur untersuchen.

Weitere Untersuchungen könnten sich mit der Frage beschäftigen, ob sich Kniesymmetrie ab einem Alter von etwa 20 Jahren verändert und ob sich eine solche Veränderung auf die Laufleistung auswirkt beziehungsweise ob eine genetische Grundlage für die Leistungsfähigkeit von Jamaikas Spitzenathleten in Westafrika zu finden ist.

eb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen