Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Göttinger Forscher untersuchen Rolle der Protestanten in der Politik

Nachkriegszeit in beiden deutschen Staaten im Blickpunkt Göttinger Forscher untersuchen Rolle der Protestanten in der Politik

Die Mitwirkung von Protestanten in den gesellschaftspolitischen Debatten der Bonner Republik ist vielfältig belegt. Umfassende Studien dazu, wie protestantische Stimmen die Entwicklung in der alten Bundesrepublik beeinflussten, fehlen allerdings bislang. Ein Verbund von Forschern aus Göttingen und München will die Lücke schließen.

Voriger Artikel
Erster Band von August Bürgers Briefwechsel im Göttinger Wallstein-Verlag erschienen
Nächster Artikel
Universität Göttingen erhält elf Millionen Euro zusätzlich für Baumaßnahmen

Protest in der Leipziger Nikolaikirche zu DDR-Zeiten: Christen spielten eine wichtige Rolle in der DDR-Opposition.

Quelle: dpa

Göttingen. Das breit angelegte Forschungsprojekt wird seit Juni 2013 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Anhand ausgewählter Themen geht es um die Frage, welche Rolle der Protestantismus in den ethischen Debatten zwischen 1949 und 1989 spielte und wie er sich selbst unter dem Eindruck dieser Debatten gewandelt hat. Die Mitglieder kommen aus den Disziplinen Evangelische Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte. Sprecher der Forschergruppe sind der Theologieprofessor Christan Albrecht und der Sozialethiker Reiner Anselm (beide München). Von der Universität Göttingen sind der Politikwissenschaftler Andreas Busch, der Staatsrechtler Hans Michael Heinig sowie der Systematische Theologe Martin Laube beteiligt.

Im Nachkriegsprotestantismus dominiere die Überzeugung, dass gerade das Protestantische immer auch Verantwortungsübernahme für die Gestaltung des Gemeinwesens bedeutet, folgern die Theologen Albrecht und Anselm in einer ersten Analyse. Dieses Engagement von Protestanten könne sich "durchaus mit einem elitären, im Grunde undemokratischen Gestus der stellvertretenden Meinungsbildung und der stärkeren, weil theologischen Autorisierung der eigenen Position" einhergehen. Doch derartige Anmaßungen würden durch den innerprotestantischen und gesellschaftlichen Pluralismus rasch abgeschliffen. Auch die Mitwirkung von Protestanten in den Parteien spiele hierbei eine wichtige Rolle. "Gerade das Interesse, an der politischen Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken, führte dazu, dass sie sich den Mechanismen des politischen Systems unterwerfen mussten", lautet ein Befund in der Studie. epd

Christian Albrecht und Reiner Anselm (Hg.): "Teilnehmende Zeitgenossenschaft - Studien zum Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989. Verlag MohrSiebeck, Tübingen 2015, 416 Seiten, 59 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger