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Göttinger Forscher wollen Tumorzellen zum Leuchten bringen

Neue Operationstechnik Göttinger Forscher wollen Tumorzellen zum Leuchten bringen

Forscher wollen ein optisches Verfahren entwickeln, um „Tumorzellen zum Leuchten zu bringen“ und so für Chirurgen während der Operation besser sichtbar zu machen. An dem Verbund sind Göttinger Wissenschaftler von Universitätsmedizin und Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin beteiligt.

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Nach Krebsoperation: Entferntes Tumorgewebe.

Quelle: dpa

Göttingen. Als „Leuchtsubstanz“ soll zunächst das Fluoreszenzmittel Indocyaningrün (ICG) verwendet werden. ICG wird schon länger und sicher in der Medizin eingesetzt. Langfristiges Ziel des Forschungsverbundes ist es, die Technologie zu verbessern, teilte die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit.

 

So sollen Fluoreszenzsonden konstruiert werden, die spezifisch an Oberflächenproteinen von Tumorzellen binden. Nach Anregung mit Licht senden die Sonden Licht einer bestimmten Wellenlänge aus, das für das menschliche Auge unsichtbar ist. Während eines operativen Eingriffs wird das Fluoreszenzlicht auf den Tumorzellen mit einer Spezialkamera erfasst und auf einem Monitor dargestellt. Die leuchtenden Tumorzellen sind gut von gesundem Gewebe zu unterscheiden Der Operateur kann Ausmaß und Lage des Tumors oder einzelne Tumorknoten besser erkennen. Er kann sofort während der Operation sehen und entscheiden, wo der tumorfreie Rand im Gewebe verläuft, um im Idealfall die Tumorherde vollständig zu entfernen. Langfristig ist geplant, auch an der UMG chirurgische Eingriffe zur Entfernung eines Tumors mit Unterstützung dieser neuen Technologie durchzuführen.

 

Die Europäische Union (EU) unterstützt das Projekt „Preclinical Intraoperative Image-Guided Surgery and Postoperative Radiotherapy of Tumours“ (Prisar) über das „Marie Skłodowska-Curie Action-Programms. Vertreter des Verbundprojekts treffen sich in dieser Woche in Göttingen. Gemeinsam mit onkologisch tätigen Ärzten und Wissenschaftlern diskutieren sie, welche Techniken und Optimierungsschritte für die Anwendung am Patienten notwendig sind.

 

Experten für intraoperative Bildgebung aus den Universitäten Leiden und Rotterdam stellen am Mittwoch, 15. Juli, um 16 Uhr im Universitätsklinikums Göttingen ihre praktischen Erfahrungen mit neuen intraoperativen optischen Verfahren in der Klinik bei chirurgischen Eingriffen sowie neue Entwicklungen auf diesem Gebiet vor. Eine Präsentation von optischen Technologien folgt am Donnerstag, 16. Juli, im Hörsaal 04 des Universitätsklinikums Göttingen.

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