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Göttinger Forschungsprojekt erhält 1,8 Millionen Euro Förderung

Belastbare Knochen Göttinger Forschungsprojekt erhält 1,8 Millionen Euro Förderung

Neue Ansätze für Therapien der Knochenerkrankung Osteoporose soll ein deutsch-französisches Forschungsvorhaben finden. Dafür erhält es 1,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der französischen Forschungsagentur „Agence nationale de la recherche“ (ANR).

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Steven Johnsen.

Quelle: EF

Göttingen. Mit dem iBONE-Projekt (Integrative Biologie von osteoanabolen Netzwerken im Epigenom) wollen die Wissenschaftler grundlegende zelluläre Mechanismen aufklären.

„Trotz seiner Härte ist Knochen ein sehr dynamisches Gewebe“, sagt Prof. Steven Johnsen. Der Sprecher des Forscherteams ist Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Krebsforschung in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Wissenschaftler am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB).

Der Körper baue Knochen ständig auf und ab, erklärt Johnsen. „Bei jungen, gesunden Menschen gleicht der Aufbau den Abbau vollständig aus, so dass die Knochen belastbar bleiben. Je älter wir werden, desto mehr überwiegt jedoch der Abbau.“

Ist der Unterschied zwischen Ab- und Aufbau zu groß, verliert der Knochen seine Widerstandsfähigkeit. Es kommt zu Osteoporose.

Wir wollen umgekehrt an die Sache herangehen

Fast alle Therapien von Osteoporose wirken, indem sie den Abbau von Knochensubstanz verringern. „Wir wollen umgekehrt an die Sache herangehen und herausfinden, wie sich der Knochenaufbau beeinflussen lässt“, sagt Johnsen. Dazu werden die Forscher unter anderem Knochenmaterial von Patienten verschiedenen Alters untersuchen.

So wollen sie verstehen, was sich in den Knochenzellen mit den Jahren ändert. Man weiß bereits, dass es genetische Gründe für eine erhöhte Osteoporose-Neigung gibt.

Das deutsch-französische Forscherteam konzentriert sich auf einen besonderen Aspekt: Epigenetische Markierungen an Genen. Darunter versteht man chemische Veränderungen der DNA oder von Proteinen, die an die DNA gebunden sind. Die DNA-Sequenz ändert sich dabei nicht. Die epigenetischen Markierungen entscheiden darüber, ob ein Gen an- oder ausgeschaltet ist. Sie könnten so den Knochenaufbau steuern.

Epigenetischen Veränderungen

„Wir wollen herausfinden, welche epigenetischen Merkmale sich im Alter und bei Osteoporose-Patienten verändern“, sagt Wissenschaftler Johnsen. „Kennen wir die epigenetischen Veränderungen und die Ereignisse, die zu der Erkrankung führen, ist dies das Fundament, um neue Therapien zu entwickeln.“

Die deutsch-französische Wissenschaftskooperation iBONE wird drei Jahre finanziert: Das BMBF fördert die deutschen, das ANR die französischen Arbeitsgruppen. Die Förderung erfolgt über das binationale Programm „Epigenomik von Volkskrankheiten und altersbedingten Erkrankungen“, das Kooperationen von deutschen und französischen Forschern unterstützt, teilte die Universitätsmedizin mit.

Neben Johnsen wirken an dem Forschungsvorhaben mit Prof. Eric Hesse, Leiter Forschung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), sowie die französischen Wissenschaftler Dr. Valerie Geoffroy von der Universität Paris Diderot und Assistant Prof. Morgane Thomas-Chollier vom Institut de Biologie de l’Ecole normale supérieure in Paris.

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