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Göttinger Forststudenten sollen Jagdschein früher erhalten

Professoren fordern Wiedereinführung von alter Regelung Göttinger Forststudenten sollen Jagdschein früher erhalten

Über Waldforschung und Projekte zur Dorfentwicklung hat sich Landwirtschaftsminister Christian Meyer bei seinem Besuch der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst informiert. Die Bedingungen für den Jagdscheinerwerb von Studierenden der Hochschule will Meyer erneut prüfen lassen.

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Im Bodenphysikalischen Labor der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement: Minister Meyer (l.) und Dekan Gaertig.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Seit Forstwirtschaft im Bachelorstudiengang absolviert wird, erhalten Studierende erst nach dem sechsten Semester den Jagdschein. Früher erhielten sie den nach den entsprechenden bestandenen Prüfungen bereits nach der Zwischenprüfung am Ende des vierten Semesters. Prof. Christiane Dienel, Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), beschrieb die Neuerungen, die nach ihrer Meinung der Ausbildung von Forstleuten nicht nutzen: Anders als früher können sie nicht mehr im fünften Semester an einem Praktikum, das Jagdbefugnis verlangt, teilnehmen. Dienel forderte, den Studierenden nach neun bestandenen Modulprüfungen zum Thema Jagd, Recht und Wildbiologie wieder nach dem vierten Semester den Jagdschein auszuhändigen.

Meyer, Niedersächsischer Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, zeigte sich verhandlungsbereit, verwies aber auf Bundesrecht und bereits erfolgte Prüfungen seines Ministeriums. Der Dekan der Fakultät für Ressourcenmanagement, Prof. Thorsten Gaertig, wies auf die ökologisch ausgerichtete Ausbildung an der Fakultät hin. Dienel sprach von einem "Beitrag zur Qualitätsverbesserung der Ausbildung der Jäger". Damit erreichte sie Zustimmung: "Politisch will ich das ja auch", meinte Meyer (Grüne).

Nach Angaben des Dekans sind pro Jahr etwa 40 Studierende betroffen. 80 seien im Jahrgang. Die Hälfte beginne das Studium bereits mit dem Nachweis, die Jäger- und Falknerprüfung bestanden zu haben. Wer den Schein nicht besitze, sei bei der Ausbildung im Nachteil, wenn nicht wieder so verfahren werde wie vor der Bologna-Reform. Dienel hatte darauf hingewiesen, dass die Mehrzahl der späteren Förster im Landesdienst an der HAWK ausgebildet wurden. Die Praktika werden in Forstämtern in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen absolviert.

Die Vorstellung von drei Forschungsbereichen an der Fakultät griff Meyer zum Abschluss auf. Er regte Forschungsprojekte an, die in interdisziplinärer Vorgehensweise Erkenntnisse bringen für eine ganzheitliche Ökobilanz. Ihm seien die kleinteiligen, lokalen Angaben nicht genug. Meyers Beispiel: Vieles, was in Europa mit guten Werten angegeben ist, hat andernorts auf der Welt zu schlechten Ergebnissen geführt, die hier aber nicht berücksichtigt werden. Und ihn interessiere auch, so Meyer, was bei Abholzungen im Wald bleiben müsse, um eine übermäßige Kohlendioxid-Freisetzung zu verhindern.

Die von Dekan Gaertig vorgestellte Forschung auf dem Gebiet der Forstwirtschaft und Arboristik ging unter anderem auf Untersuchungen zu Stadtbäumen ein und wie groß die Versiegelung um die Pflanzen herum sein kann. Im Forschungsschwerpunkt "Nachhaltige Produktion und Nutzung biogenen Rohstoffe" ist Prof. Stefan Holler tätig. Unter anderem will das 20-köpfige Team herausfinden, wie Biogasanlagen flexibler gesteuert werden können, um auf die Schwankungen des Energiemarktes zu reagieren. Um demographischen Wandel und Dorfentwicklung geht es im Forschungsschwerpunkt "Dialog". Dr. Swantje Eigner-Thiel berichtete von Untersuchungen zu Entwicklungsperspektiven des ländlichen Raums in drei niedersächsischen Landkreisen.

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