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Göttingen Wie das Insektensterben gebremst werden kann
Campus Göttingen Wie das Insektensterben gebremst werden kann
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15:00 11.04.2019
Strukturvielfalt im Wald (beispielsweise ein unterschiedlich offenes Kronendach) beeinflusst die Vielfalt der dort lebenden Insekten. Quelle: R
Göttingen

Die tierische Vielfalt wird aber nicht nur von der pflanzlichen Artenvielfalt bestimmt, sondern auch von der pflanzlichen Strukturvielfalt. Das hat ein internationales Forscherteam, an dem die Universität Göttingen beteiligt ist, unter Führung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung herausgefunden.

„Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass Entwicklungen wie das aktuell beobachtete Insektensterben zusammenhängen können mit der Art und Weise, wie wir Menschen die von uns genutzten Ökosysteme bewirtschaften“, sagt Erstautor Prof. Andreas Schuldt von der Universität Göttingen – vormals tätig am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Große Biodiversitätsexperimente ausgewertet

Gemeinsam mit den Co-Autoren hat Schuldt umfangreiche Daten zur Pflanzen- und Insektendiversität aus zwei der weltweit größten Biodiversitätsexperimente ausgewertet: dem Jena Experiment und dem BEF-China einer Chi­ne­sisch-Eu­ropäischen For­scher­grup­pe. Im ersten Experiment wurde die Zahl der Pflanzenarten auf einer Wiese verändert, im zweiten die Zahl der Baumarten in einem Wald – jeweils mit dem Ziel, die Auswirkungen pflanzlicher Diversität auf andere Lebewesen und das Funktionieren der Ökosysteme zu untersuchen.

Die Daten zeigen, dass Rückgänge in der Vielfalt von Pflanzenarten – zum Beispiel verursacht durch intensive Nutzung land- und forstwirtschaftlicher Flächen – zu einer verringerten Zahl von Insekten (Individuen) führen kann, was wiederum die Zahl der Insektenarten sinken lässt. „Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass nicht der reine Verlust an Pflanzenarten entscheidend ist, sondern auch der damit verbundene Verlust an Strukturvielfalt“, so der Jena-Experiment-Sprecher Prof. Nico Eisenhauer vom Forschungszentrum iDiv und der Universität Leipzig.

Erhaltung alter Bäume

„Diese Ergebnisse zeigen, dass wir durch strukturfördernde Maßnahmen wie angepasste Mahdtermine und die Erhaltung alter Bäume einen wesentlichen Beitrag zum Biodiversitätsschutz leisten können“, ergänzt BEF-China-Sprecher Prof. Helge Bruelheide von der Universität Halle und iDiv.

Von Christiane Böhm

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