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HAWK-Studierende rekultivieren Lorbeerwälder

Auf Gran Canaria HAWK-Studierende rekultivieren Lorbeerwälder

Landwirtschaft und Lorbeerwälder sind typisch für den Norden der spanischen Atlantikinsel Gran Canaria. Göttinger Studenten und Professoren der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) erhalten die seltenen Wälder mit Rekultivierungsprogrammen.

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Ein junger Lorbeerwald – Ergebnis der Rekultivierungsprogramme auf Gran Canaria

Quelle: r

Göttingen/Gran Canaria. Seit zwei Jahren sind HAWK-Forstwirtschaft- und Arboristikstudierende auf Gran Canaria aktiv. „Die Insel hat zwei Seiten“, erklärt Professor Martin Thren, „die meisten Touristen kennen nur den Süden.“ Im Norden dagegen gebe es ursprüngliche Landwirtschaft und speziell auch für die Forstwirtschaftler hochinteressante Aufgabengebiete. Fünf Studenten aus der Fakultät Ressourcenmanagement sind bereits vor Ort gewesen, um Projekte zu begleiten.

 

Die Lorbeerwälder sind weltweit relativ einzigartige biologische Ökosysteme und waldgeschichtlich gesehen Relikte von vor drei bis fünf Millionen Jahren, die nach den in Europa und Afrika einsetzenden Klimaveränderungen auf den Kanaren als einer von wenigen Regionen überdauern konnten, erklärt Thren. Mittlerweile sind diese seltenen Wälder aber aufgrund historischer Rodungen, Umwandlungen in Weideflächen, zunehmender Trockenheit und fortschreitenden Bodenerosionen massiv bedroht. „Unsere Studierenden führen dort Rekultivierungsprogramme durch, so dass diese Wälder wieder ihre ursprüngliche Größe erreichen können“, beschreibt Prof Wolfgang Rohe die Arbeit. Das an der HAWK Gelernte sei dabei allenfalls Grundwissen. Denn während die nachhaltige Land- und Forstwirtschaft auf den Inseln noch am Anfang stehe, gebe es eine vergleichbare Problematik in Deutschland so nicht. „Ein so vollkommen erodiertes Feld nach Ziegenbeweidung, wie es die Studierenden in den tiefen Canyons der kanarischen Inseln vorfinden, kennen wir hier gar nicht, das sind dort ganz andere Bedingungen“, sagt Martin Thren.

Die kanarischen Gäste mit Martin Thren und Wolfgang Rohe sowie Dekan Thorsten Gaertig im bodenphysikalischen Labor (von links)

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Die HAWK-Ressourcenmanager wollen die kanarischen Landwirte motivieren, anstelle der schon länger nicht mehr wirtschaftlichen Ziegen- und Schafzucht mehr Kartoffeln, Tomaten, Avocados und weitere Gemüse anzubauen statt wie bisher zu importieren. Ergänzt werden sollen diese Aktivitäten durch den Ausbau des Ökotourimus und von lokalen Vermarktungsstrategien der Bioprodukte. Herauskommen könnte dabei eine ökologische Wertschöpfungskette, die nicht zuletzt auch der Landflucht und der damit einhergehenden hohen Arbeitslosigkeit entgegenwirken soll –  ein umfassendes praktisches Umweltmanagement, das in der Großstadt Las Palmas sinnvoll ergänzt werden kann. Dort nämlich wütet unter den städtischen Palmen - 20.000 immerhin - ein Pilz, der den Bäumen im Nachgang eines eingeschleppten Rüsselkäfers schwer zu schaffen macht. In den von einem kleinen Rüsselkäfer gebohrten Löchern sorgt jener Pilz für verheerende Schäden. Die Palmenkrone kann sogar komplett abbrechen und tödliche Unfälle verursachen. Um gesunde von befallenen Bäumen zu unterscheiden, sollen ausgebildete Spürhunde eingesetzt werden. Die Vierbeiner sind in der Lage, Pilze zu riechen und könnten deswegen einen wichtigen Beitrag zur Stadtbaumpflege leisten.

 

Darüber haben die HAWK-Vertreter in Göttingen ihre spanischen Gäste informiert.  Der technische Leiter der Umweltbehörde Gran Canarias, Dr. Luis Fernando Arencibia, und Forstchef,  Carlos Velazquez, wurden  anhand südniedersächsischer Beispiele in und um Göttingen über mögliche Verfahrensweise auf der Insel informiert. Ziel des Aufenthaltes war es, einen besseren Eindruck von Strategie und Organisation nachhaltiger Forst- und Landwirtschaft zu bekommen und die Kontakte zu intensivieren.

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