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Göttinger Iran-Experte rät zu Wachsamkeit

Behrouz Khosrozadeh Göttinger Iran-Experte rät zu Wachsamkeit

Atomwaffen in der Hand der Islamischen Republik Iran: Diese Gefahr scheint auf absehbare Zeit gebannt. „So gesehen ist das vor einem Jahr abgeschlossene Atomabkommen ein Erfolg“, betont der Göttinger Iran-Experte und Autor Behrouz Khosrozadeh. Die Wirtschaft des Irans profitiere davon jedoch kaum.

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Während der  Sanktionen: Zwei Sicherheitsbeamtinnen vor dem Atomkraftwerk in Bushehr im Iran.   

Quelle: dpa

Göttingen. „Milliarden Euro hat der Iran für sein Atomprogramm ausgegeben“, sagt der promovierte Politikwissenschaftler. Mit wirtschaftlichen Sanktionen habe der Westen unter Führung der USA das islamistische Regime am Ende an den Verhandlungstisch gezwungen. Dem Iran sei das Geld so knapp geworden, dass er seine Mitarbeiter, insbesondere in den Sicherheitskräften, kaum mehr bezahlen konnte.

„Der geistliche Führer des Landes, der Hardliner Ayatollah Ali Chamenei, gab schließlich grünes Licht für Gespräche mit der Gruppe der fünf Veto-Mächte der Vereinten Nationen und Deutschland“, berichtet Khosrozadeh. Der Westen habe sich von Täuschungsversuchen der Unterhändler nicht in die Irre führen lassen. Das Regime habe am Ende seinen Schwerwasser­reaktor für die Plutoniumproduktion mit Beton verfüllen müssen. Die Urananreicherungsanlage, die sich 100 Meter unter der Erde befinde, dürfe nur noch für Forschungszwecke genutzt werden. Das Land habe von seinen mehr als sieben Tonnen Uran nur 300 Kilogramm behalten dürfen.

Iran kann nun wieder unbegrenzt Erdöl exportieren

„Der Westen hob im Gegenzug die Sanktionen auf, die wegen des Atomprogramms verhängt worden waren“, sagt der Wissenschaftler. Der Iran könne nun wieder unbegrenzt Erdöl exportieren, womit er 60 Prozent seines Staatshaushalts finanziere. Aufgrund des eingebrochenen Ölpreises erziele das Land aber kaum höhere Einnahmen. Zudem seien Sanktionen, die der Westen zuvor wegen Irans Unterstützung von Terrorgruppen verhängt habe, weiter in Kraft. So habe Iran keinen Zugang zum internationalen Bankensystem, was wirtschaftliche Transaktionen erschwere.

„Potenzielle Handelspartner und Investoren halten sich zudem zurück, weil sich an der Feindseligkeit des Regimes gegenüber dem Westen nichts geändert hat“, betont Khosrozadeh. Nach wie vor leisteten sich führende Vertreter des Staats „verbale Entgleisungen“. Auf Raketen, die bei Militärparaden gezeigt würden, ständen weiterhin Dinge wie „Tod Israel“. Iran habe zudem sein Atomprogramm immer noch nicht ganz aufgegeben. So gebe es Versuche, in Deutschland Güter für den Bau solcher Waffen zu kaufen. Der Wissenschaftler rät zu Wachsamkeit gegenüber dem islamistischen Regime.

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