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Göttinger Juristen eröffnen Gerichtslabor

Verhandlungen üben Göttinger Juristen eröffnen Gerichtslabor

Als Richter, Staatsanwalt oder Verteidiger können sich Studierende der Universität Göttingen erproben. Die Juristische Fakultät hat im Verfügungsgebäude am Platz der Göttinger Sieben für 150 000 Euro ein Gerichtslabor eingerichtet. Am Mittwoch, 13. Juli, wird es eröffnet.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Raum ist hell und freundlich. Jalousien bedecken den unteren Bereich der Fenster und sorgen für Sichtschutz. Die Richter sitzen bei simulierten Verhandlungen leicht erhöht. An den Pulten rechts und links von ihnen nehmen Verteidigung und Staatsanwaltschaft Platz. Der Zeugenstand befindet sich gegenüber der Richterbank. Dahinter stehen, leicht ansteigend wie im Hörsaal, Bänke für bis zu 45 Zuschauer.

Nachgeahmte Prozesse

„Kameras ermöglichen es, die nachgeahmten Prozesse aus verschiedenen Perspektiven mitzuschneiden“, erläutert Fakultätsreferent Dr. Georg Lemmer. So können sich die Studierenden ihre Auftritte hinterher noch einmal anschauen. Über ein großes Smart TV an der Wand lassen sich via Internet weitere Personen hinzuschalten. 80.000 Euro der Investitionssumme entfällt auf die Technik. Nach den Verhandlungen können sich die Richter in einen Besprechungsraum zurückziehen. Dort hängen auch ihre Roben.

„Mit dem Gerichtslabor geben wir den 2500 Studierenden der Fakultät die Möglichkeit, bereits an der Universität praktische Erfahrungen zu sammeln“, sagt Lemmer. Der Vizepräsident des Landgerichts Göttingen, Michael Kalde, hat im neuen Raum bereits gemeinsam mit dem Vorsitzenden Richter des Oberlandesgerichts Celle, Mathias Volker, ein Blockseminar über Kommunikation im Prozess abgehalten. Die Studierenden nutzen das Labor für Moot Courts, Wettkämpfe auf dem Feld fiktiver Prozesse.

„Wir wollen im Gerichtslabor mündliche Prüfungen des Staatsexamens üben“

„Wir wollen im Gerichtslabor mündliche Prüfungen des Staatsexamens üben“, sagt der Fakultätsreferent. 20 bis 25 Prozent der angehenden Juristen fallen beim ersten Staatsexamen durch. Der Gerichtssaal steht zudem für Berufsinformationstage zur Verfügung. „Alle Fakultäten dürfen ihn nutzen“, betont Lemmer. So hat das studentische Theater im OP dort bereits für eine Aufführung eine Gerichtsszene gedreht.

„Finanziert wurde das Gerichtslabor jeweils zur Hälfte von der Fakultät und aus Studiengebühren“, sagt der Jurist. Zuvor befanden sich in dem Raum Arbeitsplätze für Studierende. Die Uni-Leitung stimmte der Umnutzung zu, weil solche Plätze zwischenzeitlich auch im Lern- und Studiengebäude zur Verfügung stehen.

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