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Göttinger Klinikumsapotheke produziert 40 Tonnen Salbe im Jahr

Campus-Ansichten“: Apotheke der Universitätsmedizin / Tageblatt-Serie, Folge 33 Göttinger Klinikumsapotheke produziert 40 Tonnen Salbe im Jahr

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um die Apotheke der Universitätsmedizin Göttingen dreht sich Folge 33.

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Quelle: Wenzel

Göttingen. Kein Patient löst in dieser Apotheke sein Rezept ein. Bestellungen senden die Ärzte der Universitätsmedizin Göttingen per E-Mail oder Fax. Die Apotheke des Klinikums schickt die Medikamentenkisten von einem Nebengebäude aus mit einem automatischen Transportsystem auf die Stationen.

„Wir sind keine Apotheke mit Publikumsverkehr“, sagt Matthias Bohn, der die 2400 Quadratmeter große Abteilung leitet. Seine 60 Mitarbeiter, von denen viele in Teilzeit tätig sind, stimmen sich jedoch täglich mit Ärzten und Pflegekräften ab.

Mit Kommissionierungslisten in der Hand gehen die Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten dann die langen Regalwände entlang und legen benötigte Arzneimittel in Einkaufswagen. Temperaturempfindliche Stoffe wie Insulin finden sie in einem Kühlraum nebenan. 12000 Schritte legt jeder der Mitarbeiter pro Tag zurück.

2500 verschiedene Medikamente hat die Apotheke auf Lager. „40000 Fertigarzneimittel sind in Deutschland zugelassen, viele davon haben ähnliche oder die gleiche Zusammensetzungen“, berichtet Bohn. Gemeinsam mit den Ärzten des Klinikums wählt die Apotheke jene Medikamente aus, die für die Versorgung der Patienten notwendig sind.

„Durch die Bündelung des Bedarfs können wir bessere Preise aushandeln“, erläutert der promovierte Pharmazeut das Vorgehen. 26 Millionen Euro stehen ihm im Jahr für den Ankauf zur Verfügung.

„Ein Teil der Arzneimittel ist in den Dosierungen oder Zusammensetzungen, die wir benötigen, nicht auf dem Markt zu bekommen“, berichtet Bohn. Die Dosierungen seien zum Beispiel bei den meisten Medikamenten für Erwachsene bestimmt. Kleinkinder, die im Klinikum etwa Herzmittel oder Medikamente zum Einstellen einer Epilepsie benötigen, bräuchten in der Regel deutlich geringere Dosen.

Solche Präparate stellen die Göttinger selbst her. Unter anderem 100000 Kapseln oder 5000 Zäpfchen fertigt die Apotheke im Jahr. Hinzu kommen 40 Tonnen Salbe. Die Pharmazeutisch-technische Angestellte Michaela Klausner rührt sie in einem Turbo-Vakuummischgerät an, das 40 Kilogramm pro Durchgang fasst.

„Mit 70 Mitarbeitern, darunter zwölf Apotheker, gehören wir zu den mittelgroßen Krankenhauseinrichtungen unserer Art“, sagt Bohn. Zum Vergleich: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beschäftige in seiner Apotheke 90 Mitarbeiter, darunter 25 Apotheker.

 

Infusionsherstellung im Reinraum

Zu den Arzneimitteln, die die Apotheke der Universitätsmedizin Göttingen herstellt, gehören Infusionslösungen zur Behandlung von Krebserkrankungen. „Alle Bestellungen werden von meiner Kollegin und mir auf Fehler bei der Berechnung der Dosierungen durchgesehen“, sagt Apothekerin Isabell Brämer. Die Medikamente sind nicht ungefährlich. „Weil sie ihrerseits krebserregend sind, dürfen wir mit ihnen nur in einer Sicherheitswerkbank umgehen“, berichtet der Pharmazeutisch-technische Angestellte Ramon Kurze.

Drei solcher Arbeitsplätze befinden sich in einem Reinraum im rückwärtigen Bereich der Apotheke. Weil Kollegen, die an der Werkbank sitzen, ihre Hände während der Arbeit immer unter der Schutzhaube halten sollen, reicht ihnen jeweils ein zweiter Mitarbeiter benötigte Dinge an. Jeder im Reinraum trägt eine Bekleidung wie im Operationssaal mit Hauben, Mundschutz und Overall.

Göttinger Klinikumsapotheke produziert 40 Tonnen Salbe im Jahr

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