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Literaturherbst beginnt mit Tautz-Vortrag

Göttingen Literaturherbst beginnt mit Tautz-Vortrag

Mit einem Vortrag über Bienen und Kurzinterviews ist am Freitag in der Paulinerkirche der Göttinger Literaturherbst eröffnet worden. Das ausverkaufte Haus deutet daraufhin, dass Festival-Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold recht haben könnte, wenn er auf mehr als 15000 Literaturherbst-Besucher hofft.

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Bienenexperte Jügen Tautz machte den Auftakt: Mit dem Vortrag des Bienenexperten hat am Freitag der Göttinger Literaturherbst begonnen

Quelle: Foto: Richter

Göttingen. Mit einem Vortrag über Bienen und Kurzinterviews ist am Freitag in der Paulinerkirche der Göttinger Literaturherbst eröffnet worden. Das ausverkaufte Haus deutet daraufhin, dass Festival-Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold recht haben könnte, wenn er auf mehr als 15000 Literaturherbst-Besucher hofft.

Keine Grußworte, kurze Interviews mit Förderern sollten das Lesefestival einläuten. Der ehemalige Rundfunk-Journalist Stephan Lohr, der sich schon seit einigen Jahren für den Literaturherbst engagiert, sprach mit der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic über das Ausbreiten des Festivals in Südniedersachsen, schließlich sei Niedersachsen ein Flächenstaat. Selbstverständlich befand die Ministerin diesen Ansatz für gut.

Wissenschaft als „ästhetisches Abenteuer begreifen“

Mit Helmut Grubmüller vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie redete Lohr über das Engagement der Max-Planck-Gesellschaft, die vor mehr als zehn Jahren begann, Wissenschaft zu kommunizieren, sie als „ästhetisches Abenteuer zu begreifen. Diesen Begriff hatte Lohr eingeführt. „Das beste Feedback, das wir bekommen, ist es, in diesen Saal zu schauen“, erklärte Grubmüller mit Blick auf die voll besetzten Stuhlreihen.

Die Vizepräsidentin der Universität Göttingen, Prof. Hiltraud Casper-Hehne, führte bekannte Namen aus dem Programm an wie Sten Nadolny, Daniel Kehlmann und den Träger des Deutschen Buchpreises 2017, Robert Menasse, auf den sie sich besonders freue. Sie betonte die Bedeutung eines solchen Festivals für eine Universität, an der mehr als 4000 internationale Studenten eingeschrieben seien und eine Vielzahl an Mitarbeitern aus dem Ausland stamme. Vier Veranstaltungen organisiert der Literaturherbst gemeinsam mit der Universität zu Themen wir Heinrich Böll und der Roten Armee Fraktion (RAF). Der Literaturherbst sei „eine Erweiterung des universitären Angebots“, erklärte Casper-Hehne.

Politiker loben Kulturlandschaft

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) lenkte das Augenmerk auf „die sehr vielfältige Kulturlandschaft und die erprobte Festivallandschaft Göttingens“. Lohr Vorschlag, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu einem der kommenden Lese-Festivals begrüßte er, bezweifelte aber die Möglichkeit. Die Ausbreitung des Literaturherbstes in die Region würdigte auch Kreisrat Marcel Riethig (SPD): „Das taugt auf jeden Fall.“ Auch das Festival habe dazu beigetragen, dass Debatten von Kreistagsmitgliedern über die Förderung von Göttinger Kulturinstitutionen verstummt seien. Viele seien mit Veranstaltungen in die Gemeinden gegangen, „sie haben die Kultur auf dem Land beflügelt“, meinte Riethig. Und: „Der Landkreis befördert, dass der Literaturherbst auf eine Ebene kommt mit dem Deutschen Theater und den Händel-Festspielen.

Lohr fragte schließlich Literaturherbst-Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold nach Veranstaltungen, auf die er stolz sei. „Da muss ich nur mal in den Saal schauen“, sagte Herberhold, hob aber eine weitere hervor. Im Kloster Bursfelde treffe sich Prof. Thomas Kaufmann, Abt des Klosters Bursfelde, dort mit dem Schriftsteller Friedrich Christian Delius. Beide wollten darüber sprechen, „ob Luther die Reformation versammelt hat“. Das Augenmerk lenkte er auch noch auf die Eröffnung der Böll-Ausstellung am Sonnabend, 13. Oktober, im Grass-Archiv in der Düsteren Straße, „ein wunderbarer Ort“.

Das Literaturherbst-Programm startete schließlich mit dem Vortrag von Prof. Jürgen Tautz, einem Bienenexperten. Der mehrfach für Wissenschaftskommunikation in Europa ausgezeichnete Wissenschaftler sprach über die Honigfabrik, die aber nicht nur Honig, sondern auch Wachs und Bienengifte produziere - und das schon seit 12000 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Menschen. Rund ein Drittel aller Lebensmittel werde laut Tautz durch Bestäubung von Bienen ermöglicht. Wenn dieses Bestäubungssystem zusammenbreche, „werden wir im Jahr 2050 die Menschen nicht mehr satt kriegen“.

Das Wochenende beim Literaturherbst

Sonnabend, 14. Oktober:

11 Uhr: Eröffnung der Heinrich-Böll-Ausstellung im Grass-Archiv, Düstere Straße 6.

19 Uhr: Ketil Bjørnstad: Meine Wege zu Mozart, Altes Rathaus, Markt 9 in Göttingen.

19 Uhr: Julian Nida-Rümelin: Über Grenzen denken, Paulinerkirche, Papendiek 14 in Göttingen.

19 Uhr: Harald Martenstein: Im Kino, Neue Schauburg, Markt 10 in Northeim.

20 Uhr: Konzert mit Sophia Kennedy, Musa, Hagenweg 2a in Göttingen.

21 Uhr: Robert Menasse (Träger des Deutschen Buchpreises): Die Hauptstadt, Altes Rathaus, Markt 9 in Göttingen.


Sonntag, 15. Oktober:

11.15 Uhr: Gregor Gysi: Ein Leben ist zu wenig, Deutsches Theater Göttingen, Theaterplatz 11.

16 Uhr: Poetry Slam, Musa.

16 Uhr: Solokonzert mit Ketil Bjørnstad, Stadthalle Northeim, Medenheimer Straße 4.

17 Uhr: Eva Matthes liest aus „Die Geschichte der getrennten Wege“ von Elena Ferrante, Deutsches Theater.

19 Uhr: Philippe Djian: „Oh...“, Deutsches Theater.

19 Uhr: Daniel Memmert: Elfmeter. „Die Psychologie des Strafstoßes“, Paulinerkirche.

19 Uhr: Hauke Hückstädt, Maria Jepsen, Rasha Khayat: „95 Anschläge“,
Johanniskirche in Göttingen.

19 Uhr: Hannelore Hoger: „Ohne Liebe trauern die Sterne“, Welfenschloss in Hann. Münden.

20 Uhr: Offene Lesebühne, Nörgelbuff, Groner Straße 23 in Göttingen.

2 1 Uhr: Sven Regener: „Wiener Straße“, Deutsches Theater.

Von Peter Krüger-Lenz

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