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Göttinger Marcus Schladebach spricht über Weltraumrecht

Papier-Satelliten Göttinger Marcus Schladebach spricht über Weltraumrecht

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, heißt es so schön bei Reinhard Mey. Aber weit gefehlt. Auch über den Wolken, im Luftraum wie im Weltraum gibt es rechtliche Rahmenvorgaben. Über „Das Weltraumrecht im 21. Jahrhundert“ hat am Dienstagabend Dr. Marcus Schladebach von der Universität Göttingen in der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“ berichtet.

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Gemeinsam auf der ISS: ESA-Astronaut Alexander Gerst, Roskosmos-Kosmonauten Elena Serova, Maxim Suraev und Alexander Samokutyaev sowie die Astronauten der NASA Reid Wiseman und Barry Wilmore (von links).

Quelle: ESA/NASA/dpa

Göttingen. Der Weltraum habe sich schon immer als Bereich großer Träume, aber auch als Objekt handfester Begehrlichkeiten gezeigt.

Kein Wunder, dass die Vereinten Nationen bereits in der ersten Hochphase der Raumfahrt, in den 1960er Jahren Regelungsbedarf sahen und diesen auch, wie Schladebach betonte, weitsichtig angingen. Es finden sich pathetische Worte zur Raumfahrt, die ganz im Zeichen des Weltfriedens stehen mögen. Aber auch zu dem Zeitpunkt noch utopisch anmutende Optionen wie privater Weltraumtourismus klingen schon deutlich an.

„Ich mag die kuriosen Seiten an den Dingen“, gab Schladebach im Hörsaal des Zentralen Hörsaalgebäudes zu. Und so erläuterte er nicht nur wesentliche Aspekte wie die Definition, was Weltraum überhaupt ist und wo seine Grenzen liegen. Der Wissenschaftler geht auch auf Themen wie die „Papier-Satelliten“ – unter Staaten gehandelte Optionen auf die Platzierung von Satelliten in besonders begehrten Umlaufbahnen – mit denen arme Staaten ohne Aussicht auf baldige eigene Weltraumprojekte ein Zubrot verdienen.

Verkauf von Grundstücken auf dem Mond

Auch der völkerrechtlich höchst fragwürdige Verkauf von Grundstücken auf Mond und Mars gehört irgendwie in die Kuriositätenecke, beschäftigt aber durchaus ganz real die Gerichte.

Die Magie des Weltraums hat immer auch den Traum geschürt, es dort irgendwie besser und friedvoller miteinander zu schaffen. Als positives Beispiel nannte Schladebach das Projekt der Internationalen Raumstation ISS, bei dem sich ehemalige irdische und Weltraum-Konkurrenten wie die USA und Russland zusammentaten. Wie brüchig aber auch hier die guten Ansätze seien, zeige sich aktuell, so der Referent.

Denn, ausgelöst vom aktuellen Ukraine-Konflikt, steht die Verlängerung der gemeinsamen Projekte im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen. Dass auch sonst zwischen Präambel-Lyrik und politischem Alltag noch einiges genauer zu klären ist, zeigte Schladebach anhand der Bereiche Entsorgung von Weltraumschrott und Militarisierung im Weltraum. Für beides haben Rechtswissenschaften und Politik auch im 21. Jahrhundert noch einiges auf der To-do-Liste.

Die Reihe „Faszinierendes Weltall“ wird fortgesetzt am Dienstag, 2. Dezember. Um 20 Uhr spricht im Zentralen Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben, Hörsaal 008, Prof. Klaus Beuermann zum Thema „Galileo Galilei und die Auseinandersetzung zwischen Naturwissenschaft und katholischer Kirche“.

Von Isabel Trzeciok

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