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Göttinger Minischwein gilt weltweit als Standard

Züchtung im Jahr 1960 begonnen Göttinger Minischwein gilt weltweit als Standard

Das „Göttinger Minipig“ eignet sich sehr gut, um die Sicherheit der Anwendung von Medikamenten und Chemikalien beim Menschen zu testen.

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Als Ferkel leicht zu fassen: Göttinger Minischwein in den Händen von Tierwirt Oskar Lippstreu, der seit mehr als 20 Jahren den Minipig-Stall auf dem Versuchsgut leitet.

Quelle: Augustin

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des europaweiten Forschungsprojekts „Rethink“, an der mehr als 40 Experten aus Wissenschaft, Industrie und Verwaltung beteiligt waren, teilte die Universität Göttingen mit.
Beim Göttinger Minipig handelt es sich um ein Miniaturschwein, dessen Herz-Kreislauf-System, Haut und Verdauungstrakt dem eines Menschen ähneln. Dadurch lassen sich mögliche unerwünschte Wirkungen beispielsweise von Arzneimitteln in Tests mit dem Minipig gut erfassen.

Der Bericht der Projektgruppe umfasst 20 konkrete Vorschläge, wie die für die Zulassung von Medikamenten oder Chemikalien vorgeschriebenen Sicherheitstests unter besonderer Berücksichtigung von Aspekten der Ethik und des Tierschutzes weiter optimiert werden können. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in einer Sonderausgabe des „Journal für pharmakologische und toxikologische Methoden“.

Die Göttinger Arbeitsgruppe unter der Leitung von Henner Simianer, Professor für Tierzucht an der Universität Göttingen, zeigte in dem Projekt unter anderem neue technologische und züchterische Möglichkeiten auf, beispielsweise zur Entwicklung von transgenen Tiermodellen für bedeutende Krankheiten auf Grundlage des Minipig. Darüber hinaus dokumentierten die Wissenschaftler die Zuchtgeschichte und das derzeitige züchterische Management der Göttinger Minischweine.
„Es ist wichtig, dass die Eignung der Minischweine für Versuche im Bereich der Toxikologie und Medikamentenzulassung immer wieder untersucht wird und dass die Vorteile gegenüber alternativen Modelltierarten wie Hunden und Primaten aufgezeigt werden“, so Simianer. „Und es freut uns natürlich, dass sich das Göttinger Minischwein mittlerweile weltweit als Standard durchgesetzt hat.“

Das Göttinger Minischwein wurde um 1960 an der Universität Göttingen gezüchtet. Die Miniaturschweine sind einfach zu handhaben und deshalb geeigneter für Laboruntersuchungen als große Hausschweine. Die Tiere werden heutzutage in Dänemark und den USA und in Zukunft voraussichtlich auch in Japan gezüchtet. Für die Kontrolle des einheitlichen genetischen Managements aller Teilpopulationen des Göttinger Minischweins ist die Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen verantwortlich.

  Göttinger Minipig
  Als Minischweine gelten alle Schweinearten, die weniger als 100 Kilogramm auf die Waage bringen. Das Göttinger Minipig wiegt bis zu 60 Kilogramm. Es entstand in den 1960er-Jahren aus der Kreuzung von Minnesota Minischweinen und vietnamesischen Hängebauchschweinen. Später wurde die Deutsche Landrasse eingekreuzt, um rein weiße Tiere zu erhalten. Das Göttinger Minipig wird bevorzugt in der medizinischen, tiermedizinischen und biologischen Forschung eingesetzt.

pug

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