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Göttinger Neurowissenschaftler erhalten 7,5 Millionen Euro EU-Förderung

"Ein Riesenerfolg" Göttinger Neurowissenschaftler erhalten 7,5 Millionen Euro EU-Förderung

Der Europäische Forschungsrat hat drei Göttinger Neurowissenschaftler in das Eliteförderprogramm aufgenommen. Nils Brose, Tobias Moser und Klaus-Armin Nave erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro zur Erforschung neuer Hörprothesen, der Funktion von Gliazellen und der Signalübertragung.

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Riesenerfolg für die Göttinger Neurowissenschaftler Tobias Moser, Klaus-Armin Nave und Nils Brose (von links).

Quelle: EF

Göttingen. In diesem Jahr war das EU-Förderprogramm der Advanced-Grants, das für Spitzenforscher aller Fachbereiche vorgesehen ist, nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besonders stark umworben: Die Zahl der europaweit vergebenen Grants musste um ein Drittel gekürzt werden. Dennoch gehören die Professoren Brose, Moser und Nave zu den rund acht Prozent er-folgreichen Antragstellern, die sich gegen über 2.000 Mitbewerber durchsetzen konnten. "Dass auf dem Gebiet der Neurobiologie von europaweit zwölf erfolgreichen Anträgen gleich drei ERC-Advanced-Grants nach Göttingen gehen, ist auch eine Auszeichnung für unseren Wissenschaftsstandort“, so Moser, Direktor des UMG-Instituts für Auditorische Neurowissenschaften. Nave, der bereits seinen zweiten ERC-Advanced-Grant erhält, sagt: „Diese Mittel geben uns die Flexibilität, schnell neue Themengebiete zu erschließen und damit den Neurobiologie-Standort Göttingen weiterzuentwickeln“.

 

Nave wird die zusätzlichen Fördergelder nutzen, um zu entschlüsseln, wie Gliazellen die neuronalen Verbindungen im Gehirn mit Energie versorgen und wie Defekte in diesem Prozess zu neurologischen und psychiatrischen Krankheiten beitragen. Moser wird die herausragende Förderung dazu verwenden, neue Hörprothesen zu entwickeln, die es erlauben, die Nervenzellen der Hörschnecke im Innenohr mit Licht räumlich präziser anzuregen als gegenwärtige elektrische Cochlea Implantate, und so das Hören zu verbessern.

 

Signalübertragung zwischen Nervenzellen wird untersucht

 

Wie Nave ist auch Brose Direktor einer Abteilung am Max-Planck-Institut für experimentelle Medzin in Göttingen. Brose wird die ERC-Fördermittel einsetzen, um zu untersuchen, wie die Feinregulation der Signalübertragung zwischen Nervenzellen unser Verhalten kontrolliert und warum deren Fehlfunktion zu neuropsychiatrischen Erkrankungen führt. „Wir haben in verschiedenen Konstellationen bereits seit fünfzehn Jahren kollaboriert und Tobias Moser wird ab dem nächsten Jahr einen Teil seiner Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin ansiedeln“, sagt Brose. „Dass wir jetzt alle drei gleichzeitig eine so elitäre Förderung erhalten, ist schon ein Riesenerfolg.“

 

Die drei durch das hoch-kompetitive EU-Förderprogramm ausgezeichneten Wissenschaftler sind in die international erfolgreiche Göttinger 'Neuro-Szene' fest eingebunden. Moser, der im März den Leibniz-Preis erhielt, leitet seit fünf Jahren den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 16,5 Millionen Euro geförderten Sonderforschungsbereich „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ (SFB 889). Nave und Brose sind seit vielen Jahren an gemeinsamen Forschungskonsortien mit der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen beteiligt. Alle drei sind sich einig: „Ohne diese lokale Einbettung und die dauerhafte Unterstützung durch Universität, Universitätsmedizin, das Land Niedersachsen und die Max-Planck-Gesellschaft könnten wir diese Forschungsleistung nicht erbringen.“

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