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Göttinger Physiker entdecken Zwergplaneten in Osiris-Aufnahmen

Rosetta-Mission Göttinger Physiker entdecken Zwergplaneten in Osiris-Aufnahmen

Osiris, das wissenschaftliche Kamerasystem an Bord der Raumsonde Rosetta, hat sich selbst übertroffen. Dieser Meinung ist der Göttinger Physiker Dr. Holger Sierks, weil es mit Osiris gelungen ist, Aufnahmen vom Zwergplaneten Pluto zu erhalten.

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Schwer zu erkennen in weiter Ferne: Drei Osiris-Aufnahmen mit dem Zwergplaneten Pluto.

Quelle: MPS/Nasa

Göttingen. Am Sonntag wurde aus der Osiris-Entfernung von fünf Milliarden Kilometern Pluto aufgenommen. Das Kamerasystem der Rosetta-Sonde reiht sich somit ein in die Liste der erdgebundenen Teleskope und Weltrauminstrumente, die die aktuelle Mission New Horizons mit zusätzlichen Beobachtungen unterstützen.

 

Dass der nur 2370 Kilometer große Körper in den Aufnahmen überhaupt zu sehen ist, grenzt an ein kleines Wunder. „Schließlich ist Osiris kein Teleskop, sondern eine Kamera, die in erster Linie dafür entwickelt wurde, den Rosetta-Kometen aus großer Nähe zu untersuchen“, erklärt Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), Leiter des OSIRIS-Teams.  20 Aufnahmen, die jeweils zehn Minuten lang belichtet wurden, mussten die Forscher erst überlagern und sorgfältig bearbeiten. 

 

„Neben der gewaltigen Entfernung kam eine weitere Schwierigkeit hinzu“, erklärt Teammitglied Dennis Bodewits von der University of Maryland, der die Aufnahmen auswertete. „Den Kometen 67P – und somit auch Rosetta - umgibt mittlerweile eine dichte Atmosphäre aus Gas und Staub. Es ist, als betrachte man Pluto durch einen Schneesturm hindurch.“

 

Mit den aktuellen Aufnahmen von Pluto wird Osiris dem Rosetta-Kometen nicht zum ersten Mal untreu. Während des zehnjährigen Anflugs auf den Kometen richtete das Kamerasystem nicht nur seinen Blick im Vorbeiflug auf die Planeten Erde und Mars sowie auf die Asteroiden Steins und Lutetia, sondern fing auch Schnappschüsse des deutlich entfernteren Kometen 9P/Tempel 1, des Asteroiden P/2010 A2 und des Saturns ein. „Wie auch im Fall von Pluto bieten solche Aufnahmen im Vergleich zu erdgebundenen Beobachtungen oftmals einen anderen und aufschlussreichen Blickwinkel“, so Sierks.

 

Ein weiteres Highlight: Die erste Aufnahme des Rosetta-Kometen drei Jahre vor der Ankunft der Raumsonde aus einer Entfernung von 163 Millionen Kilometern. Sierks: „Diese bisherige Höchstleistung haben wir nun eingestellt. Mit den Pluto-Aufnahmen hat sich Osiris selbst übertroffen“. jes/eb

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