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Schüler experimentieren im Xlab

Nachwuchsforscher Schüler experimentieren im Xlab

Während andere Jugendliche ihre Osterferien genießen, stehen sie im Labor und untersuchen Proben. Zehn Schüler haben in dieser Woche am Chemie-Camp des Göttinger Experimentierlabor für junge Leute (Xlab) teilgenommen. Erstmals ging es dort um ein Thema der anorganischen Chemie.

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Mit Spaß beim Experimentieren: Julius Herzog, Finn Andresen und Maximilian Bause (von links).

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Ich mache hier nichts für die Schule, sondern beschäftige mich mit einem Thema, das mich persönlich interessiert“, stellt Julius Herzog (17) klar. Der Gymnasiast aus Rodenbach, der Chemie als Leistungskurs wählte, hat während der Sommerferien schon mehrere Chemiepraktika an der Universität Kaiserslautern absolviert. In Göttingen ist er zum ersten Mal. Sein Chemielehrer machte die Klasse auf das Angebot aufmerksam.

Herzog bewarb sich beim Xlab. Neben seinem Zeugnis, einem Lebenslauf und einem Empfehlungsschreiben des Lehrers musste er in einem Schreiben erklären, warum er den Kurs machen will. „Wie suchen die guten, motivierten Schüler“, sagt dazu Paul Mühlenhoff (33), der das Camp in den vergangenen neun Monaten vorbereitet hat. 13 Schüler aus ganz Deutschland meldeten sich. Für zehn gab es Plätze.

Wissbegierige Schüler

Die Dozentin des Kurses, die promovierte Neurophysiologin und Biochemikerin, Barbara Ritter (46), freut sich über die wissbegierige Gruppe. „Ich will die Schüler mit meiner Begeisterung für die Naturwissenschaften anstecken“, sagt sie. Ritter, die bereits als Lehrerin gearbeitet hat, weiß um die Begrenzungen im Schulalltag hinsichtlich Zeit, Ausrüstung oder Sicherheitsauflagen.

Die Camp-Teilnehmer untersuchen im Justus-Liebig-Weg Proben auf möglicherweise enthaltene Metallverbindungen. „Das ist ein wichtiges Thema“, meint Ritter. Blei im Trinkwasser, Schwermetalle im Boden beschäftigten die Bürger. Die Schüler würden in einer Sicherheitseinweisung den Umgang mit gefährlichen Stoffen wie Chrom oder Blei erlernen. Auch im Sportunterricht, so die Dozentin, müssten die Jugendliche gefährliche Situationen vermeiden. „Auf die ganz fürchterlichen Sachen wie flüssiges Quecksilber oder das für Untersuchungen benötigte Gas Schwefelwasserstoff verzichten wir jedoch“, betont Ritter.

In die Tiefe gehen

Mit einer Stunde theoretischer Einweisung beginnt der Tag im Camp. Ritter führt die Teilnehmer an das aktuelle Thema heran. Dann wird fünf Stunden lang experimentiert. „In einer Doppelstunde in der Schule gehen wir nie so in die Tiefe“, sagt Julie Kernchen (18) aus Wolfsburg. Ihr macht das so viel Spaß, dass sie innerhalb eines Jahres zum fünften Mal nach Göttingen gekommen ist. „Hier treffe ich Leute mit den gleichen Interessen“, sagt sie. Der Tag endet mit einer Stunde Nachbereitung.

Auch abends bietet das Xlab Programm. Studienbotschafter stellten die Fächer Chemie und Mathe vor. Es gab eine Stadtführung. Die Schüler besuchten das Institut für Anorganische Chemie. Dass das Camp stattfinden konnte, verdanken die Teilnehmer nicht zuletzt der Lüneburger Rahn-Quade-Stiftung. „Die Förderung hat es uns ermöglicht, die Kursgebühren deutlich zu senken“, sagt Mühlenhoff.

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