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Göttingen Göttinger Student scheitert vor Gericht
Campus Göttingen Göttinger Student scheitert vor Gericht
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16:46 03.04.2018
Prüfungs-Klausur und Hausarbeiten an einer niedersächsischen Universität: Wer dreimal durchfällt, fliegt raus. Quelle: Dpa
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Göttingen

Die Hochschule hatte dem Studenten nach der dritten erfolglosen Prüfung in einem Teilmodul seines Grundstudiums mitgeteilt, dass er damit das vorgeschriebene Pflichtmodul nicht bestanden habe und sein Prüfungsanspruch erloschen sei. Der Student wollte sich nicht damit abfinden, dass er endgültig durchgefallen war und deshalb sein Studium nicht fortsetzen kann. Doch auch seine Klage blieb ohne Erfolg. Weder die Regelung der Universität noch die Bewertung der Arbeit seien zu beanstanden, befand das Gericht (Aktenzeichen 4 A 397/16).

Der Kläger musste im Grundstudium unter anderem das Pflichtmodul „Praktische Theologie“ belegen. Dieses bestand aus einer Vorlesung sowie den Proseminaren „Gottesdienst und Predigt“ und „Bildung und Seelsorge“. In beiden Seminaren war jeweils eine Prüfung in Form einer Hausarbeit abzulegen. Für die Hausarbeit im ersten Proseminar erhielt der Student die Note 2,7. Die im zweiten Proseminar eingereichte Hausarbeit bewertete der Prüfer dagegen mit „nicht bestanden“ (Note 5). Der Student legte danach eine zweite Hausarbeit vor, für die er ebenfalls eine Fünf erhielt. Nachdem auch die dritte Hausarbeit als „nicht bestanden“ gewertet wurde, gestand ihm die Universität keinen weiteren Versuch mehr zu.

Streit um verpatzte „Einzelleistung“

Der Student begründete seine Klage damit, dass es unangemessen sei, ihm wegen einer Einzelleistung das weitere Studium zu untersagen. Es müsse vielmehr ein Notendurchschnitt aus sämtlichen erbrachten Leistungen gebildet werden. Bei einer solchen Bewertung hätte er das Pflichtmodul bestanden. Ferner sei die Bearbeitungszeit für die dritte Hausarbeit zu kurz gewesen. Die Universität habe als Ausgleich für epileptische Anfälle die vorgegebene 14-tägige Bearbeitungszeit lediglich um 15 Tage verlängert. Er habe jedoch deutlich mehr Zeit benötigt, um sich nach einem Anfall wieder auf die Hausarbeit konzentrieren zu können.

Das Gericht hatte allerdings keine Bedenken gegen die Regelung, dass eine Pflichtmodulprüfung nur dann als bestanden gilt, wenn alle Teilmodulprüfungen bestanden wurden. Der Bereich der Praktischen Theologie mit dem Teilbereich „Bildung und Seelsorge“ sei elementarer Bestandteil der theologischen Ausbildung. Außerdem diene die Prüfung dazu, die Befähigung für die angestrebte Qualifikation frühzeitig zu erkennen. Die Universität habe außerdem ausreichend Rücksicht auf die Erkrankung des Klägers genommen und ihm deutlich mehr Tage zugestanden, als in einer ärztlichen Bescheinigung empfohlen worden waren.

Der Student hatte zudem den Vorwurf erhoben, dass der Prüfer seine Arbeit bewusst nicht kulant und rücksichtslos bewertet habe, damit ihm das weitere Studium verwehrt sei. Das Gericht fand hierfür indes keine Anhaltspunkte. Der Prüfer habe seine Bewertung durchgehend sachlich begründet. Es gebe keinen Anlass, an seiner Unvoreingenommenheit zu zweifeln.

Von Heidi Niemann

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