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So erleben Griechen die Wirtschaftskrise

Göttinger Filmprojekt So erleben Griechen die Wirtschaftskrise

Wie wirken sich volkswirtschaftliche Entscheidungen im Alltag der Menschen aus? Dieser Frage gingen fünf Göttinger Studenten der Wirtschaftswissenschaften in Griechenland nach. Dabei entstand der Film YourGreeconomy, der am Dienstag, 5. Juli, um 20 Uhr im Dots, Barfüßerstraße 12/13, gezeigt wird.

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Interviewszene aus "YourGreeconomy" in Athen: Mathis Richtmann und Sascha Berndt mit einem Gesprächspartner, daneben Tonmann Felix Keune (rechts) und Kameramann Gordon Schücker (links).

Quelle: r

Göttingen. Die griechische Eurokrise sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Volkswirte erarbeiteten für Banken und Politik Handlungsempfehlungen. „Sie basieren auf Statistiken und Erhebungen“, erläutert Sascha Berndt, der gerade seinen Master in Volkswirtschaftslehre gemacht hat. Nach den Folgen für die Betroffenen werde in der Regel nicht gefragt.

Genau für diese interessiert sich Berndt. Gemeinsam mit vier Kommilitonen, die sich wie er in der studentischen Initiative "Kritische Wirtschaftswissenschaften" engagieren, fuhr er nach Griechenland. Das nötige Geld für die Verwirklichung des Projekts, 4900 Euro, bekamen sie von der Universität Göttingen aus dem Förderprogramm „Kreativität im Studium“.

Einen Film hatten die fünf noch nie gedreht. „So schwierig wird das nicht sein, dachten wir“, erinnert sich Mathis Richtmann, der mit Berndt die Interviews führte. „Doch dann hat uns allein die richtige Platzierung der Mikrophone stundenlang beschäftigt“, berichtet Felix Keune, der für gute Tonaufnahmen zu sorgen hatte.

Ein Aufnahmeort will sorgfältig ausgewählt sein, wurde den Studenten klar, als während eines Interviews in der Nachbarschaft ein Staubsauger angeschaltet wurde. Mit dem Schnitt von 700 Gigabyte Filmmaterial, die die Kameraleute Till Simons und Gordon Schücker anfertigten, verbrachten sie Monate. „Jeder von uns hat in das Projekt mehr als 600 Arbeitsstunden eingebracht“, schätzt Schücker.

Eine Herausforderung war auch die Suche nach Interviewpartnern. „Wir kannten niemanden in Athen“, erzählt Berndt. Kontakte kamen über Facebook zustande. Als die fünf abflogen, stand allerdings nur ein einziger Termin. In Griechenland kam das Projekt gut an. Sechs einstündige Interviews führten die Deutschen während ihres zehntägigen Aufenthalts.

„Von der Krise war in Athen auf den ersten Blick nichts zu sehen“, erzählt Keune. In den Gesprächen erfuhren die Studenten dann, dass die Familien viel Not abfangen. Nachbarn helfen einander. Eine Lehrerin erzählte, dass sie seit Jahren immer zu den Sommerferien entlassen werde. Wegen der kurzfristigen Beschäftigung sei sie nicht krankenversichert. Viele Gesprächspartner planten die Auswanderung. Ein IT-Berater berichtete, dass sein Cousin für die gleiche Arbeit im Ausland das Fünffache verdiene. „Die Europäische Union sollte Projekte junger Griechen fördern, damit diese im Land blieben“, meint Berndt. Die jungen Leute seien die Zukunft des Landes.

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