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Wer bringt mir Tanzen bei?

Studenten gründen Internetportal Wer bringt mir Tanzen bei?

Wer zeigt mir, welche Pilze essbar sind? Wie lege ich ein Herbarium an, ein Buch mit getrockneten, gepressten Pflanzen? Wer bringt mir Tanzen bei? Entsprechende Trainer vermittelt die Internet-Plattform kivanu.de. Zwei Göttinger Studenten, Kristoph Leonhard und Paul Thaler (beide 22) haben sie gestartet.

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Jeder kann etwas, das andere Menschen gerne lernen würden: Existenzgründer Paul Thaler (links) und Kristoph Leonhard.

Quelle: Markus_Hartwig

Göttingen. „Das gibt es doch nicht“, dachte Paul Thaler. Der Jura- und Chinesisch-Student wollte im Juli auf dem Kleinanzeigen-Portal Ebay Gitarrenunterricht anbieten. Dafür ist die Plattform eher ungeeignet, stellte er fest. Im Waschsalon klagte er seinem Kommilitonen Leonhard, der Chinesisch und Kulturanthropologie studiert, sein Leid. Warum sollten sie nicht selbst so eine Seite starten, überlegten sie.

„Ich wollte schon immer ein Startup gründen“, sagt Thaler. Die beiden Studenten, die nach eigenen Angaben von Informatik bisher nichts verstanden, machten sich an die Arbeit. Sie suchten die Unterstützung einer Gründungsberatung. Zwei, drei Wochen lang machten sie sich im Internet schlau, kombinierten unterschiedliche Module, dann stand ihre Seite. Anfang August ging sie online.

Die ersten 30 Trainer bieten dort bereits Menschen in Göttingen ihre Dienste an. Bisher nutzten sie Schwarze Bretter, um Schüler zu finden. Einer bringt Interessierten intuitives Klavierspielen bei. „Da geht es um Entspannung“, verrät Thaler. Eine Krankenschwester, die sich von ihrer stressigen Arbeit erholen wolle, habe den Trainer bereits gebucht. Jemand mit der nötigen Qualifikation gibt Erste-Hilfe-Kurse. Ein Architekturstudent bringt Kommilitonen den Umgang mit einer Branchen-Software bei. Die Seite wird mittlerweile 200 Mal am Tag angeklickt.

Noch ist das Portal nicht perfekt. „Sehr viel lernen wir derzeit von unseren Kunden“, führt Leonhard aus. Einen Schub bekam das Projekt, als Leonhard Anfang Oktober einen Freund aus seiner Heimatstadt Hamburg als ersten Mitarbeiter dazuholte. Nicholas Riebesel (22) studiert Medientechnik und macht zurzeit ein Praktikum im südafrikanischen Kapstadt. Über Skype stehen sie in Kontakt. „Er hat uns technisch, aber auch in Fragen zum Design und zum Marketing weitergebracht“, betont Thaler. Anfang kommenden Jahres gebe es eine App. Später wollen sie das Portal auch für andere Städten freischalten. Davor, dass Trainer und Schüler das Portal nur zum Kennenlernen nutzen, und dann die Unterrichtsstunden unter Umgehung von kivanu vereinbaren, haben die Gründer nicht. „Wir wollen das Buchen, Bezahlen und die Buchführung so einfach gestalten, dass alles andere zu umständlich wäre“, erläutert Thaler.

Bis Ende des Jahres ist die Nutzung des Portals kostenfrei

Das Fähigkeiten-Portal kivanu.de: richtet sich bisher an Göttinger, insbesondere Göttinger Studierende. Trainer können dort Unterricht anbieten. „Jeder kann etwas, das andere gerne lernen möchten“, meint Existenzgründer Paul Thaler. Nichts sei so exotisch, dass es nicht noch jemanden gebe, der sich dafür interessiere. Die Plattform biete eine Möglichkeit, das eigene Wissen mit anderen zu teilen und damit Geld zu verdienen. Der Traine nenne Termine, an denen er Zeit habe.

Die Schüler bezahlten vorab online. Komme ein Termin nicht zustande, gebe es das Geld zurück. Teilnehmer können die Trainer bewerten. Das sorge für Transparenz und eine gute Leistung. Der Trainer, so die Geschäftsidee des Portals, zahle den Betreibern der Seite bis zu sieben Prozent seines Umsatzes als Provision. Bis Ende des Jahres sei das Angebot für Trainer kostenlos, betont Gründer Kristoph Leonhard. Noch sei die Seite nicht perfekt. Viel würden sie derzeit von ihren Kunden lernen. So könnten sich Trainer mittlerweile Rechnungen ausdrucken lassen, die sie fürs Finanzamt brauchen.

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