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Göttinger Studenten suchen nach Problemlösungen für Windenergie

Interessenkonflikte Göttinger Studenten suchen nach Problemlösungen für Windenergie

40 Studierende der Agrarwissenschaften und anderer Fächer haben sich mit Fragen beschäftigt, die sich beim Bau von Windkraftanlagen stellen.

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Sind im Planspiel Interessenvertreter: Helen Monzel, Alexander Groppe, Henning Ebmeyer, Stephane dé Mfouangoum, Jonas Wehowsky und Gunnar Kleuker (von links).

Quelle: MIC

Göttingen. Ziel des Planspiels Windenergie war es, Problemlösungen zu finden für solche Fragen: Wie lassen sich die Pläne potentieller Betreiber von Windkraftanlagen blockieren? Wie verhalten sich Landeigentümer und Investoren? Wie wägt der Gemeinderat, unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben, die unterschiedlichen Interessen gegeneinander ab? Dozentin Gerlinde Wiese (52) bot es an zwei Wochenenden an.

 

Die Rollen von Investoren, Kommunalpolitikern oder Bürgern durften sich die Teilnehmer der zehn Teams aussuchen. „Freiwillig hätte ich mich nicht als Gegner gemeldet“, meint dazu Marten Rauert (23). Sein Bruder und der Onkel, beides Landwirte, erschließen sich mit Windkraftanlagen zusätzliche Einnahmen. „Man steigert sich während des Spiels emotional in die eigene Rolle hinein“, berichtet Rauert. Dabei hilft, dass sich jeder Spieler einen Lebenslauf für seinen Part ausdenken muss.

 

Energiewende auf Mikroebene

 

„Das ist eine großartige Art zu lernen“, findet Dominik Schiller (25), der als Gegner agiert. Um das nötige Hintergrundwissen zu erwerben, besichtigten die Studierenden eine Windkraftanlage. Jörg Klapproth (49), Geschäftsführer der Firma Windkraft Diemarden, vermittelte ihnen technisches und betriebswissenschaftliches Know-how. Über das kommunalpolitsche Planverfahren, etwa die Aufstellung eines Flächennutzungsplans zur Ausweisung von Vorranggebieten, sprach die Rechtsanwältin Dinah Stollwerck-Bauer  (38) , Adelebsens ehemalige Bürgermeisterin. Dransfelds früherer Samtgemeindebürgermeister Thomas Galla (50), der das Spiel maßgeblich mit konzipiert hat, stand den Studierenden beratend zur Seite.

 

„Wir sehen sofort, wofür wir die Theorie in der Praxis brauchen“, nennt Geographie-Student Jonas Wehowsky (27) einen Vorteil der Lernmethode. Er ist im Spiel Mitglied des Gemeinderats. Diesem Gremium gehört auch Stephane dé Mpouangoum (25) an. Den Kameruner erstaunen die vielfältigen Möglichkeiten der Bürger sich einzubringen, aber auch Projekte zu verhindern.

 

Die Spielzüge der Teams, am Ende mehr als 1000 Stück, erfolgten ausschließlich schriftlich mittels E-Mails. So standen in den zehn Räumen des Verfügungsgebäudes, die die Studierenden nutzten, überall Laptops auf den Tischen. Alle Akteure verfügten, ihren Rollen entsprechend, über finanzielle Mittel. So konnten sie Kartenmaterial und Gutachten erstellen lassen. „Ich habe hier die Energiewende ganz praktisch auf der Mikroebene miterlebt“, fasst Helen Monzel (27) ihre Erfahrungen zusammen. Sie studiert Volkswirtschaftslehre.

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