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Göttingen Königsgrab von Seddin: Größere Siedlung als bisher gedacht
Campus Göttingen Königsgrab von Seddin: Größere Siedlung als bisher gedacht
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17:01 19.04.2018
Göttinger Studierende untersuchen das Areal in der mecklenburgschen Prignitz. Quelle: r
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Göttingen/Prignitz

Das Königsgrab von Seddin wurde im neunten Jahrhundert vor Christus errichtet und gilt als eine der größten Grabanlagen des damaligen Europas. Es ist eingebunden in eine Kulturlandschaft mit Gräbern und Fundstellen, deren Untersuchung nach Uni-Angaben schon viele Erkenntnisse über die Bronzezeit und wichtige archäologische Funde erbracht hat.

Ausgrabungen am Königsgrab seit 2015

Seit 2015 beteiligen sich Göttinger Studierende unter der Leitung von Dr. Immo Heske vom Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Uni Göttingen an den archäologischen Arbeiten am Königsgrab. Im März dieses Jahres – teilweise unter widrigen Bedingungen – untersuchten sie dort eine Geländekante im Süden des Areals, die zu einer feuchten Niederung führt. Dort konnten sie erstmals nachweisen, dass das Plateau bis an die Geländekante und darüber hinaus genutzt wurde. Unter anderem entdeckten sie ein Palisadengräbchen, das möglicherweise verschiedene Hofeinheiten oder sogar eine elitäre Gehöftgruppe abgrenzt, heißt es in der Mitteilung der Uni.

„In hartem Ringen mit schwierigen Witterungsbedingungen wie Minusgraden und kaltem Nord-Ost-Wind haben sich die Studierenden, darunter einige Erstsemester, ihre ersten Grabungserfahrungen verdient“, sagt Heske. „Der Lohn sind eindeutige Hinweise auf die Nutzung des Geländes.“ Zukünftige Forschungen müssten nun erhärten, dass die großflächige Siedlung schon während der Errichtung der Grabhügel Bestand hatte.

Studierende werden durch Ministerium gefördert

Bei ihren archäologischen Arbeiten und Ausgrabungen arbeiten die Göttinger Studierenden um Henske eng mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum zusammen und werden von der örtlichen Denkmalpflege im Landkreis Prignitz unterstützt. Die aktuelle Ausgrabung wird vom brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur gefördert.

Heske betont die Wichtigkeit des Königsgrabs für die Archäologie: „Das Inventar aus dem Großgrabhügel mit der bronzenen Amphore und bronzenen Schälchen sowie den weiteren Beigaben wie Schwert und bronzener Phalere ist einzigartig“, sagt er, „es liefert entscheidende Grundlagen für Überlegungen zu den internationalen Beziehungen von hochrangigen Personen in ihrem europäischen Kontext.“

Von Hannah Scheiwe

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