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Göttingen Göttinger Studierende helfen syrischen Kindern
Campus Göttingen Göttinger Studierende helfen syrischen Kindern
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07:51 28.09.2018
Verabschiedung der Studierende durch Bischof Ralf Meister. Quelle: Harald Koch/Landeskirche Hannover
Hannover

Elf Studierende aus Göttingen und Hildesheim haben am Donnerstag ihren Weg in den Libanon angetreten. Sie wollen vor Ort klären, wie evangelische Schulen für Flüchtlingskinder aus Syrien unterstützt werden können.

Die Reise gehört zur Initiative „Begegnen, stärken, lernen – das Engagement der Landeskirche Hannovers in Syrien und im Libanon“ und wird durch das Land Niedersachsen gefördert. „Neben der richtigen und wichtigen kirchlichen Hilfe für Geflüchtete in Deutschland wollen wir auch den Menschen helfen, die bewusst in Syrien geblieben sind. Sie versuchen in ihrer Heimat trotz Verfolgung und Gefahr zu überleben. Ihnen gilt das Signal, das wir mit dieser Reise senden: Wir sehen, wie schwer die Lage für euch vor Ort ist und stehen mit allen uns möglichen Mitteln an eurer Seite,“ sagt Landesbischof Ralf Meister, der die Studierenden am Flughafen in Hannover verabschiedet hat.

Studierende sprechen arabisch

Die fünf Mitreisenden aus Göttingen studieren Lehramt Evangelische Religion, die der Universität Hildesheim studieren unter anderem Lehramt und Internationale Kommunikation und Übersetzen. „Die Studierenden haben biografische Wurzeln in der Region und sprechen Arabisch“, sagt Annette Lützel, die das Projekt von Seiten der Universität Hildesheim koordiniert. So könne leicht Kontakt zu Lehrkräften und Schülern in Syrien entstehen.

„Begegnen, stärken und lernen steht bei unserem Engagement in Syrien und im Libanon im Mittelpunkt,“ beschreibt der Landesbischof die Grundintention der Initiative . „An den evangelischen Schulen in Syrien und den Schulen in den Flüchtlingslagern in den Grenzgebieten sitzen muslimische Kinder neben christlichen. Dort wird nicht nur Mathematik gelehrt, sondern auch ein Miteinander. Die Lehramtsstudierenden aus Deutschland können ihre Kompetenzen an dieser Stelle einbringen und dabei nicht nur lehren, sondern auch lernen“, so Meister.

Dialog zwischen den Religionen

Die Gruppe bleibt für eine Woche im Libanon. „Wir wollen schauen, was dort gebraucht wird und uns am Unterricht beteiligen“, sagt Daniel Küchenmeister, Hochschulpastor in Göttingen, der von kirchlicher Seite das Projekt mitbetreut. Die Studierenden aus Deutschland wollen den syrischen Kindern zum Beispiel Sport-, Theater-, Zirkus und Bastel-Angebote machen. Die Kinder sind zwischen fünf und zwölf Jahren alt. „In den Schulen wird der tägliche Dialog zwischen den Religionen geübt, in keiner der Schulen ist die Mehrheit der Kinder christlich“, sagt Küchenmeister. Besonders wichtig sei der Besuch auch für die Lehrkräfte im Libanon, betont der Pastor: „Für die Lehrkräfte ist er von hoher symbolischer Bedeutung, er zeigt, dass wir sie nicht im Stich lassen.“

Geplant ist die Reise als Auftakt. Wenn möglich, sollen im kommenden Jahr mehrmals Studierende aus Göttingen und Hildesheim für je zwei Wochen an den Schulen im Libanon helfen. Im Libanon leben etwa 1,5 Millionen geflüchtete Menschen aus Syrien in Flüchtlingslagern. Die National Evangelical Synod of Syria and Lebanon (NESSL) betreibt sechs Schulen für geflüchtete Kinder im Libanon.

Von Claudia Nachtwey

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