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Campus Göttingen Göttinger Tropenwissenschaftler fordern Umdenken
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00:18 21.09.2017
Messungen auf einer Kakaofarm. Quelle: R
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Göttingen

Kakao in Monokulturen kann Dürrephasen besser überleben als Kakaopflanzen, die durch Schattenbäume geschützt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Göttingen, die auf Feldmessungen in Westafrika basiert. Die Daten zeigen, dass Kakao-Agroforstsysteme, in denen Kakaopflanzen unter Bäumen wachsen, mehr durch Dürre leiden, als bisher angenommen. Diese Kakaoproforstsysteme reichten anders als bisher gedacht nicht als Schutz vor Klimarisiken aus.

Die extremen klimatischen Bedingungen durch das El Niño Phänomen von 2015/2016, vor allem die Trockenheit, hatten zur Folge, dass die Kakaopflanzen in den Agroforstsystemen in der weniger feuchten Region abstarben. Kakaopflanzen in Monokultur dagegen überlebten die Dürre. Die Studie der Göttinger Wissenschaftler wurde in der Fachzeitschrift Global Change Biology veröffentlicht.

„Anders als oft propagiert reichen die positiven Änderungen des Mikroklimas durch Agroforstwirtschaft unter solchen extremen Wetterbedingungen nicht aus, um genügend Wassernachlieferung zu gewährleisten“, sagt Erstautor Issaka Abdulai von der Abteilung Tropischer Pflanzenbau und Agrosystem Modellierung (TROPAGS) der Göttinger Fakultät für Agrarwissenschaften. In Westafrika wurden Kakaoproforstsysteme oft als Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert. Sie verbessern das Mikroklima und gelten deshalb als Schutz vor Klimarisiken. Statt zu schützen nehmen die Schattenbäume jedoch in der extremen Trockenphase den Kakaopflanzen das dringend benötigte Bodenwasser weg.

„Angesichts des Klimawandels erfordern diese Ergebnisse ein Umdenken im Management von Kakao in Westafrika“, sagt Prof. Reimund Rötter vom TROPAGS, der die Arbeit betreut hat. Über 70 Prozent der weltweiten Kakao-Versorgung kommen aus Ghana, Nigeria und der Elfenbeinküste – einer Gegend, die voraussichtlich zunehmend von heftigen Dürren betroffen sein wird. Die Studie entstand innerhalb des Projektes „Trade-offs und Synergien bei der Klimawandelanpassung und -minderung in Kaffee- und Kakaosystemen in Ghana und Uganda“, das vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. chb/r

Von Christiane Böhm

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