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Göttingen Niedersachsen gewährt 2,9 Millionen Euro Fördergelder
Campus Göttingen Niedersachsen gewährt 2,9 Millionen Euro Fördergelder
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17:49 17.04.2018
Niedersachsen fördert „Räume des Wissens“ am 17.04.2018 in Göttingen. Foto: Swen Pförtner Quelle: Swen Pförtner
Göttingen

Mit dem Geld, Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur, entstehe ein „Leuchtturmprojekt in Südniedersachsen“, erklärte die Ministerin in Anwesenheit der Universitätspräsidentin, Prof. Ulrike Beisiegel. Das Museum, dessen Eröffnung im früheren Gebäude der Biologen an der Berliner Straße 28 Anfang 2020 geplant sei, ziehe nicht nur die Menschen der Region, sondern Touristen aus aller Welt an, so die Ministerin im Akademiesaal der Aula am Wilhelmsplatz.

Mit dem neuen Forum hebe sich Göttingen von anderen touristischen Zielen ab, betonte Christel Wemheuer (Grüne), die Erste Kreisrätin. Deshalb unterstütze der Landkreis Göttingen das Projekt mit einer weiteren Million Euro. Dieses Geld stelle das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport zur Verfügung. Das Forum steigere die Attraktivität der Region. Es helfe so, Fachkräfte nach Südniedersachsen zu holen, hofft Wemheuer.

„Europaweit einzigartiges Konzept“

Von einem „europaweit einzigartigen Konzept“ sprach Projektleiterin Marie Luisa Allemeyer, die Direktorin der Zentralen Kustodie an der Universität. Das neue Museum zeige Besuchern, wie Wissen geschaffen werde. Anhand von Objekten aus den rund 70 Sammlungen der Universität erläutere die Basisausstellung, wer das wie unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielen tue. Ähnliche Ansätze würden ihres Wissens nach nur in Glasgow und New York verfolgt.

Wissenschaft ist „ein dynamischer Prozess“

„Im Unterschied zu einer herkömmlichen Dauerausstellung wollen wir in der Basisausstellung immer neue Objekte zeigen und aktuelle Forschungen präsentieren“, kündigte Projektleiterin Allemeyer aus. Schließlich sei Wissenschaft „ein dynamischer Prozess“. Die Universität, ergänzte Präsidentin Beisiegel, habe mit ihren 7000 Mitarbeitern, von denen die Hälfte Wissenschaftler seien, ausreichend Fachwissen und Personal, um dieses Versprechen zu halten.

„Das Forum Wissen wird weder chronologisch noch nach Fachgebieten getrennt aufgebaut seien“, führte Direktorin Allemeyer aus. Im Zentrum ständen stattdessen die Räume, in denen Wissen entstehe: Bibliothek, Labor und Hörsaal, aber auch ungewöhnliche Räume wie Werkstatt, Reise oder – ihr persönlicher Favorit – der Holzweg. In einem Raum präsentierten sich Kultureinrichtungen der Region wie das Kloster Bursfelde oder das Museum Friedland.

„Das grobe Konzept steht seit zwei Jahren fest“, erklärte Allemeyer. Derzeit sei sie mit ihren sechs Mitarbeitern bei der Erarbeitung des Feinkonzepts. Dabei würden sie von Joachim Baur und zwei seiner Mitarbeiterinnen der Berliner Ausstellungsagentur „Die Exponauten“ unterstützt. Hilfe komme zudem von einer Museumspädagogin, deren auf zwei Jahre befristete Stelle von der Klosterkammer finanziert werde. Offen sei noch, welche Objekte aus den Göttinger Universitätssammlungen ausgestellt würden. Bei den Leitern der verschiedenen Sammlungen wachse die Bereitschaft, Schaustücke auszuleihen. Sie könnten so die eigenen Sammlungen bekannter machen.

Kritische Auseinandersetzung mit der Wissenschaft

„Wir wollen mit dem Museum Bürgern ein Forum bieten, sich kritisch mit der Wissenschaft auseinander zu setzen“, sagte Universitätspräsidentin Beisiegel. Dafür werde es Veranstaltungsräume geben. Die Einrichtung, die über Hörsäle verfüge, sei in Forschung und Lehre eingebunden. Akteure der Region, darunter die Wirtschaft, würden eingebunden. So dächten sie über Sonderausstellungen etwa zum Handwerk oder zum Zuckerrübenanbau nach. Unter dem Stichwort „Wissenstransfer“ bilde das Forum einen Baustein der Exzellenzstrategie. Dieses Thema binde derzeit die Hälfte ihrer Arbeitszeit, erklärte Beisiegel.

Von Michael Caspar

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