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Göttinger Universitätsmedizin ehrt Krebsforscher aus den USA

Henle-Medaille für Kalluri Göttinger Universitätsmedizin ehrt Krebsforscher aus den USA

Die Medizinische Fakultät der Universitätsmedizin Göttingen hat hre höchste jährliche Auszeichnung zum Abschluss des Akademischen Jahres 2014/2015 an einen international renommierten Nieren-Wissenschaftler und Krebsforscher verliehen: Die Jacob-Henle-Medaille erhielt Prof. Raghu Kalluri von der Universität Texas.

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Preisträger Raghu Kalluri mit Laudator Müller (rechts) und UMG-Vorstand Heyo M. Kroemer (links).

Quelle: EF

Göttingen. Der Forscher erhielt die Auszeichnung in Würdigung seiner bahnbrechenden Leistungen zum Verständnis und zur Behandlung von Nierenerkrankungen und Tumoren.

Kalluri habe mit seiner Forschung maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Behandlungsansätze bei chronischen Nierenerkrankungen und bei Tumoren wesentlich weiterentwickelten, erklärte Laudator Prof. Gerhard A. Müller. Der Preisträger beschrieb den entscheidenden Pathomechanismus des „Alport Syndroms“ und entwickelte wichtige therapeutische Konzepte gegen das Fortschreiten (Progression) chronischer Nierenerkrankungen.

Kalluri konnte zudem über experimentelle Wege belegen, dass sich auch krankhaft vermehrtes Bindegewebe (fibrotisches Narbengewebe) zurückbilden kann und chronische Organschäden zu therapieren sind.

Seine Entdeckung, dass Strukturproteine des Bindegewebes (Kollagen) die Neubildung von Gefäßen in Tumoren (Tumor-Angiogenese) regulieren, war ein Meilenstein für die konzeptionelle Entwicklung anti-angiogenetischer Therapien von Tumoren. Bei dieser Therapie wird gezielt die Gefäßversorgung und damit die Durchblutung in Tumoren blockiert.

Krebsforscher Kalluri prägte den Gedanken, dass ein Tumor nicht vernichtet werden muss, sondern auch eingeschränkt werden kann, um betroffenen Patienten zu helfen. Dabei zeigte er auf, dass das Bindegewebe wichtige Schutzfunktionen gegen Krebs enthält, und dass diese körpereigene Abwehr zur Tumor-Therapie genutzt werden kann.

Zur Person

Kalluri, geboren am 2. Dezember 1967 in St. Louis (USA), hat Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Genetik und Chemie in Hyderabad (Indien) studiert und wurde 1992 am University of Kansas Medical Center in Biochemie und Molekularbiologie promoviert.

Von 1997 bis 2012 war er als Professor an der Harvard Medical School tätig. Während dieser Zeit absolvierte er ein Medizin-Studium an der Brown Medical School. Seit 2012 ist  Kalluri Professor am MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, und Direktor des Metastasis Research Centers.      

Kalluris Arbeiten sind in mehr als 200 hochrangigen Publikationen dokumentiert. Als Fachgutachter ist er für renommierte Fachzeitschriften und für Drittmittelgeber, so unter anderem für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die EU-Kommission und für die Helmholtz-Gesellschaft, tätig. Neben seiner Tätigkeit in den USA engagiert sich Kalluri seit vielen Jahren mit wissenschaftlichen Aktivitäten auch in Europa.

Von 2009 bis 2011 war er Direktor des Champalimaud Foundation Cancer Centers in Lissabon (Portugal). Seit 2013 ist er als Gastprofessor an der Universität Coimbra (Portugal) tätig und arbeitet in mehreren von der EU geförderten Projekten mit.

Die Jacob-Henle-Medaille

Die Auszeichnung wird von der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität  seit 1988 jährlich für herausragende, medizinisch relevante wissenschaftliche Leistungen vergeben.

Mit der Verleihung der Medaille erinnert die Medizinische Fakultät an den Göttinger Anatomen und Physiologen Friedrich Gustav Jacob Henle (1809 -1885).

Henle forschte und lehrte 33 Jahre in Göttingen. Nach ihm wurde die „Henle’sche Schleife“ benannt, ein spezieller Abschnitt im Tubulus-System (Röhrchensystem der Harnaufbereitung) in der Niere.

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