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Alternative zur Ferkelkastration

Göttinger Wissenschaftler erforschen Jungebermast Alternative zur Ferkelkastration

Die Nutztierhaltung in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Ab 2019 ist die betäubungslose Kastration von Ferkeln gesetzlich verboten. Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Bonn haben mit Partnern aus der Wirtschaft untersucht, inwiefern die Mast von Jungebern eine Alternative sein könnte.

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Gesetzlich verankert: der Schutz von Ferkeln vor Kastration

Quelle: dpa

Göttingen. Jungeber benötigen weniger Futter pro Kilogramm erzeugtem Fleisch als kastrierte männliche Schweine. Bedenken gibt es jedoch häufig in Bezug auf die Qualität des Fleisches: Bei einem kleinen Teil der Tiere reichern sich natürliche Geruchsstoffe im Fett an, die manche Menschen als unangenehm empfinden. Die Forscher beschäftigten sich nun mit der Frage, wie sich das Risiko für solche Geruchsabweichungen reduzieren und die Qualität des Fleisches sichern ließe. An der Universität Göttingen untersuchten sie insbesondere, welche Voraussetzungen für sensorische Qualitätskontrollen nötig wären, da es technisch zurzeit noch nicht möglich ist, Untersuchungsergebnisse in Echtzeit zu erhalten. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Agriculture and Food Chemistry erschienen.

Die Wissenschaftler entwickelten standardisierte Riechtests, um sensitive Prüfer auszuwählen, zu trainieren und um eine objektive Leistungskontrolle zu dokumentieren. Die Tests werden bereits kommerziell vertrieben und in Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben angewendet. Hauptziel der Forscher war es, die Übereinstimmung von chemischen und menschlichen Geruchsbewertungen zu untersuchen. Dazu wurden Proben von mehr als 1000 Jungmast­ebern chemisch analysiert und von einer Expertengruppe von zehn trainierten Prüfpersonen geschnüffelt.

„Mit Hilfe dieses einzigartig umfangreichen Datensatzes konnten wir die Zusammenhänge zwischen dem Gehalt der geruchsaktiven Substanzen und der tatsächlichen Geruchsabweichung statistisch modellieren“, so Dr. Daniel Mörlein und Dr. Johanna Trautmann vom Department für Nutztierwissenschaften der Universität Göttingen. „Die Ergebnisse können nun für eine Risikoabschätzung verwendet werden, um Sortierstrategien für Schlachtbetriebe zu entwickeln.“ In dem Projekt arbeiteten die Wissenschaftler mit Schlacht-, Besamungs- und Zuchtunternehmen zusammen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) förderte das Projekt Strat-e-ger mit 1,6 Millionen Euro.   

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