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Göttingen Göttinger Wissenschaftler untersuchen Speckschicht eines Fischsauriers
Campus Göttingen Göttinger Wissenschaftler untersuchen Speckschicht eines Fischsauriers
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19:00 05.12.2018
Fossile Haut des untersuchten Ichthyosauriers (rechte Bauchflosse). Quelle: Lindgren
Göttingen

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben gemeinsam mit einem internationalen Team untersucht, wie das Hautgewebe eines fossilen Ichthyosauriers zusammengesetzt ist. Dabei haben sie eine Ähnlichkeit zu heute lebenden Tieren festgestellt. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Ichthyosaurier sind ausgestorbene Meeresreptilien. Bislang war es nach Angaben der Universität für Wissenschaftler schwierig, Ähnlichkeiten zu heute lebenden Tieren festzustellen. Die Fossilien waren dafür nicht gut genug erhalten. Bei dem für die Studie untersuchten Tier der Gattung Stenopterygius sahen sich die Forscher nun in ihrer Vermutung bestätigt.

Das untersuchte Fossil des Ichthyosauriers der Gattung Stenopterygius ist etwa 85 Zentimeter lang. Quelle: r

Bei dem Fischsaurier aus dem Flachmeer, das in der Jura-Zeit vor ungefähr 180 Millionen Jahren lebte, stellten die Wissenschaftler organische Reste seiner ursprünglichen, glatten Haut sicher. Diese war immer noch flexibel und bestand aus unterschiedlichen äußeren und inneren Schichten. Darunter fanden sie fossile Relikte einer Speckschicht. „Solche Fettpolster sind für heutige Meeressäuger charakteristisch“, sagt Prof. Volker Thiel vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität. Er ist Mitautor der Studie. „Sie isolieren die Tiere gegen die Kälte, unterstützen den Auftrieb und dienen als Energiespeicher. Ihr Nachweis in dem Ichthyosaurier zeigt, dass diese Reptilien Warmblüter waren.“

Die Wissenschaftler stellten außerdem Pigmente auf der Haut des etwa 85 Zentimeter langen Fossils fest, die seinen Körper auf der Unterseite hell und auf der Oberseite dunkel färbten. „In der fossilen Haut des Sauriers konnten wir die stark verzweigten Pigmentzellen noch klar erkennen“, sagt Thiel. „Tatsächlich war darin noch der Farbstoff Melanin chemisch nachweisbar, der in vielen heute lebenden Tieren auftritt und beim Menschen beispielsweise für die dunkle Färbung der Haare zuständig ist.“

Laut der Universität ist diese Art der Färbung auch bei heutigen Walen und vielen anderen Meerestieren üblich. Die Tiere sind dadurch getarnt und vor UV-Strahlen geschützt, wenn sie sich an der Wasseroberfläche aufhalten. Außerdem unterstützt der Farbwechsel die Tiere bei der Wärmeregulierung. „Die Ähnlichkeiten zwischen Ichthyosauriern und den heutigen Zahnwalen sind also nicht nur äußerlich, sondern tiefgreifender Natur — ein Beispiel für die evolutionäre Annäherung zweier ganz unterschiedlicher Gruppen von Lebewesen wie Reptilien und Säugetieren“, sagt Thiel.

Von Norma Jean Böger

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