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Göttingen Göttinger an europaweitem Projekt beteiligt
Campus Göttingen Göttinger an europaweitem Projekt beteiligt
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13:33 28.06.2018
Das Projekt umfasst unter anderem vier repräsentative auf das variszische Grundgebirge bezogene Forschungsstandorte Quelle: r
Göttingen

Die Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft setzen sich bei dem Projekt mit der Erschließung bislang untersuchter Gesteinsreservoire auseinander. Ein Erforschungsgebiet werden nach Angaben der Universität der Einsatz neuer Techniken und die Optimierung bestehender Geothermie (Erdwärme)-Anlagen seien. Ein Ziel des Projektes ist es, einen Überblick über das wirtschaftliche Potenzial verschiedener Standorte in Europa zu bekommen, und welche Einsparmöglichkeiten es von Kohlenstoffdioxid an den jeweiligen Standorten gibt. In den kommenden dreieinhalb Jahren werden laut Universität rund eine Million Euro als Fördersumme nach Göttingen überwiesen werden. Insgesamt belaufe die Fördersumme sich auf zehn Millionen Euro.

Firma aus dem Elsass koordiniert

Verantwortlich für die Koordination des Projektes ist die Firma ÉS-Geothermie. Diese betreibt im französischen Elsass wirtschaftlich erfolgreich Tiefengeothermie-Kraftwerke, die sowohl Strom erzeugen, als auch Wärme gewinnen. Am Beispiel der elsässischen Anlagen wollen die Forscher beispielsweise Lösungen finden, wie sich die Ausfällung von Mineralien in den Rohren beim Abkühlen des Wassers verhindern lässt. Unter Ausfällung ist in der Chemie das Ausscheiden eines gelösten Stoffes aus einer Lösung durch Änderungen von Parametern wie unter anderem Druck und Temperatur bezeichnet. Nur dadurch kann das nach der Stromgewinnung immer noch heiße Wasser weiter genutzt und mit kälterer Temperatur wieder in die tiefen Gesteinsschichten transportiert werden.

Strategien zur Erschließung des Untergrunds

Relevant für die Göttinger Forscher sei insbesondere die gesteinsphysikalische und strukturelle Charakterisierung des sogenannten variszischen Grundgebirges. Auf dieser Basis lassen sich das geothermische Potenzial quantifizieren und Strategien zur Erschließung des Untergrunds entwickeln. Universität und Universitätsmedizin konnten bei tiefenseismischen Untersuchungen vor drei Jahren zeigen, dass die deformierten und metamorphen Sedimente dieses alten Gebirges ab einer Tiefe von etwa 1500 Metern unter Göttingen auftreten. „Damit sind sie geothermischer Zielhorizont“, erläutert Bernd Leiss vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. „Da es in Göttingen und Umgebung keine entsprechend tiefen Bohrungen gibt, von denen Material vorliegt, können wir nun Analogstudien im Harz betreiben, wo solche Gesteine auftreten, und die Proben von unseren Projektpartnern untersuchen lassen“, erklärt Leiss.

Auch die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung am Göttingen Campus für eine spätere geothermische Nutzung soll ein Gegenstand des Projekts sein. Darüber hinaus wollen die Partner ein Instrument entwickeln, das es Investoren erlaubt, die Wirtschaftlichkeit eines Standorts zu berechnen. „Alle im Projekt gewonnenen Daten und technologischen Innovationen werden mit vorhandenen geologischen und infrastrukturellen Daten verknüpft, um daraus eine europäische Potenzialkarte zu erstellen“, sagt Bianca Wagner, ebenfalls vom Geowissenschaftlichen Zentrum.

Von Vera Wölk

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