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Golestan Nationalpark im Iran: Gefahr für den Persischen Leoparden

Konflikte um gerissene Nutztiere Golestan Nationalpark im Iran: Gefahr für den Persischen Leoparden

Die Impfversorgung von Nutztieren hat Auswirkungen auf den Bestand des vom Aussterben bedrohten Persischen Leoparden. Das hat eine Untersuchung von Naturschutzbiologen im Golestan Nationalpark im Iran ergeben. Das deutsch-iranische Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Universität Göttingen fand heraus, dass Konflikte um getötete Weidetiere und Hunde umso wahrscheinlicher sind, je unzufriedener die Anrainer mit den staatlichen Impf-Teams sind.

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Gefährdetes Raubtier: Persischer Leopard, aufgenommen per Kamerafalle.

Quelle: pug

Göttingen. Am Rande von Schutzgebieten für Wildtiere gibt es immer wieder Konflikte, weil Weidevieh von Raubtieren gerissen wird. So ist es auch in den 34 Dörfern rund um den Nationalpark, wo untersucht wurde, was die Risse von Nutz- und Haustieren begünstigt. Die Anrainer des Nationalparks sind auf ihr Weidevieh als Einkommensquelle angewiesen, bei substanziellen Verlusten richtet sich die Stimmung gegen die Leoparden als Verursacher.

Rinder, Schafe und Ziegen leiden unter Maul- und Klauenseuche, Hufinfektionen, dem Befall mit Egeln und Bandwürmern sowie an durch Zecken übertragenen Krankheiten. „Möglicherweise beschränken Hufinfektionen das Fluchtverhalten der Nutztiere in einer Weise, die sie für Leoparden besser exponieren“, so Dr. Igor Khorozyan vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen.

Die Tierhalter beklagten, dass staatliche Impf-Teams oft erst erscheinen, wenn die Krankheiten sich bereits ausgebreitet haben und eine Behandlung bereits ineffektiv ist. Die Dienste von privaten Tiermedizinern sind für die Viehhalter in der Region zumeist unerschwinglich. Die Naturschutzbiologen untersuchten zudem die Risse von Hunden, die in der Regel nicht geimpft sind. Sie können die Leoparden mit Krankheiten wie Staupe, Tollwut, Tuberkulose und Räude infizieren.

„Wir drängen daher auf die Verbesserung der Effektivität von veterinärmedizinischen Maßnahmen, um die Verluste von Weidetieren und Hunden aufgrund von Krankheiten und Leopardenrissen zu minimieren“, so Dr. Matthias Waltert, Naturschutzbiologe an der Universität Göttingen und Koordinator des deutsch-iranischen Forscherteams.

Für eine zeitnahe Impfung, Diagnostik und Behandlung von Nutztieren sie eine funktionierende Verwaltung nötig. „Eine bessere Versorgung steigert die öffentliche Akzeptanz für den Naturschutz und schafft so notwendige Synergien zwischen ländlichem Lebensunterhalt und funktionierenden Schutzgebieten.“

jes

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