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Gründe für Ablehnung von Organspenden

Campus Gründe für Ablehnung von Organspenden

Die geringe Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende wird vom Göttinger Institut für Ethik und Geschichte der Medizin untersucht. Dazu führten die Wissenschaftler Gespräche mit 60 Gegnern von Organspende.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Seit zwei Jahren läuft die Untersuchung in Kooperation mit dem soziologischen Institut der Universität Erlangen. Es geht darum, weshalb potenzielle Spender sich gegen einen Organspendeausweis entscheiden. Herrscht Angst oder fehlt schlichtweg die nötige Aufklärung? Welche Verantwortung übernimmt die öffentliche Repräsentation bei diesem Thema? 

 Zu den Ergebnissen zählt, dass die mediale Präsentation beim Anwerben von Spendern von diesen oft als beklemmend empfunden werde. Das Forschungsteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter der Leitung von Prof. Frank Adloff stellte eine unerwünschte Wirkung von Organspende-Kampagnen fest. Menschen fühlten sich durch diese nicht in ihrer Entscheidung unterstützt, sondern unter Druck gesetzt. „Ein 'Nein' werde einem nicht leicht gemacht“,  heißt es in der UMG-Mitteilung.

Außerdem sei eine kulturelle Vorstellung von Tod und Körperlichkeit verankert, die einer Spende entgegen stehen könnte. So bezweifelten einige Befragte, die offizielle Definition für Tod. Für viele bedeute auch die Entnahme von Organen nach dem Hirntod eines Menschen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit.

Solcherlei Sorgen, die in der öffentlichen Debatte vernachlässigt werden, sollten nicht unberücksichtigt bleiben, erklärt Prof. Silke Schicktanz, Mitglied der Forschungsgruppe: „Dabei sind der Schutz des eigenen Lebens und der Wunsch nach einem respektvollen Umgang mit dem eigenen Körper nach dem Tod gute Gründe für eine Entscheidung – auch gegen eine Organspende.“ lewa

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