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Göttingen Grundstein für das Forum Wissen
Campus Göttingen Grundstein für das Forum Wissen
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16:03 24.09.2018
Grundstein für den neuen Mittelflügel am Forum Wissen. Rainer Bolli, Ulrike Beisiegel, Björn Thümler, Thomas Oppermann, Rolf-Georg Köhler, Fritz Güntzler, Marie Luisa Allemeyer und Reinhard Förster (von links). Quelle: Angela Brünjes
Göttingen

Es geht in die Zielgerade für das ambitionierte Projekt der Universität Göttingen: Am Montag wurde der Grundstein für den Neubau am Forum Wissen gelegt. Das 28 Millionen-Euro-Projekt soll 2020 fertiggestellt sein und wird dann das Wissensmuseum und weitere Einrichtungen der Georgia Augusta beherbergen.

Das Gebäude, in dem zuletzt das Institut für Zoologie untergebracht war, entstand im 19. Jahrhundert als Naturhistorisches Museum. An der feierlichen Grundsteinlegung nahmen etwa 100 Gäste teil. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) erklärte, „es ist deutschlandweit einmalig, was hier vonstatten geht“. Gegenwärtig sei „die Kraft der Vernunft stärker gefordert denn je“, betonte Thümler mit Blick auf politische Entwicklungen die sich gegen die demokratische Grundordnung richten.

Für den Umbau des Gebäudes am Groner Tor zum Forum Wissen ist am 24. September 2018 der Grundstein gelegt worden. Das ehemalige Institut für Zoologie an der Berliner Straße soll 2020 umgebaut sein.

Die Georgia Augusta, „die wichtigste und wirkungsmächtigste Folge der Personalunion“ im 18. Jahrhundert der Königreiche Hannover und England, habe auch durch ihre Sammlungen einen besonderen Ruf. Für diese entstehe im Forum Wissen ein zentraler Ort an einem „städtebaulichen Standort, der besonders gut geeignet ist“. Hinsichtlich des geplanten Wissensmuseums gehe es dabei nicht nur um Ehrung und Erforschung der Vergangenheit, sondern, „noch wichtiger, um den Blick in die Zukunft im Diskurs mit der Bürgerschaft“.

Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel begrüßt die Gäste der Grundsteinlegung. Quelle: CHH

Mit dem Forum Wissen komme „eine neue Urbanität, die Göttingen gut vertragen kann“, sagte der Göttinger Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Thomas Oppermann (SPD). Er sei sicher, dass das Forum Wissen eine große Bereicherung und ein hochattraktiver Standort werde. Er sei von Beginn an von dem Projekt überzeugt gewesen: „Als die Idee entstand, da ahnten wir noch nicht, wie stark die Gegner der Demokratie nun gegen diese wettern würden“, betonte Oppermann. Das Forum Wissen werde dazu beitragen, „mehr Wissen, mehr Rationalität, mehr Aufklärung“ zu schaffen.

Die Fördersumme des Bundes, so Oppermann, sei gut angelegt: 5 Millionen Euro werden aus dem Programm für Städtebauförderung fließen, weitere 5 Millionen Euro aus dem Kulturhaushalt. Insgesamt sind 28 Millionen Euro veranschlagt für den Umbau und die Ausstattung des Gebäudes.

Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel hatte zuvor betont, dass das Projekt inzwischen viel Unterstützung von Bürgern in Stadt und Region, von Firmen, der Politik und der Universität erhalte. „Es bleibt nun noch Zeit der Vorfreude auf diesen spannenden Ort des Wissens“, erklärte Beisiegel, die die Gäste mit einem Markenzeichen des Forums begrüßte: Sie trug die Blaue Brille, die für ein Motto des Forums steht – „ich will’s wissen!“

Die Abgeordneten Gabriele Andretta (SPD), Fritz Güntzler (CDU), Minister Björn Thümler (CDU) und Thomas Oppermann (SPD) von links. Quelle: CHH

Beisiegel, die bald nach Antritt ihrer ersten Amtszeit, die die Bedeutung der Sammlungen für die Universität erkannte und das Forum Wissen durchsetzte, hat das Projekt auch als einen Schwerpunkt in der Bewerbung für die Exzellenz-Initiative von Bund und Ländern verankert. „Es wird ein Stern in der Exzellenz-Initiative sein“, betonte später Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements. Die erste Entscheidung, welche Universitäten gefördert werden, fällt am Donnerstag.

Rainer Bolli, Leiter Gebäudemanagement der Universität Göttingen, erklärt die Bauarbeiten. Quelle: CHH

Das Projekt belege, wie stark der Kooperationsgedanke ist in der Region: Nach Ansicht von Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) ist das Engagement für das Forum Wissen über die Universität hinaus beispielhaft. Viele Menschen, auch er, seien im vergangenen Jahr bereit gewesen, sich mit der Blauen Brille abbilden zu lassen – und teilten dabei mit, weshalb sie das Forum unterstützen. Köhler geht davon aus, dass das Wissensmuseum ein Ort werde, „der die Wissenschaft sichtbarer und erlebbarer macht“.

Kosten für das Forum Wissen

Die Kosten für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes sowie die Ausstellungseinrichtung betragen insgesamt 28,8 Millionen Euro. Nach Angaben der Universität Götingen sind zwei Drittel davon gesichert: 3,7 Millionen Euro Eigenmittel und 10 Millionen Euro Bundesmittel. Weitere rund 1,7 Millionen Euro werden durch Stiftungen, regionale Unternehmen und Privatspender bereitgestellt. Dazu gehören unter anderem die Otto Bock HealthCare GmbH, AKB Stiftung, KWS SAAT SE, Sartorius AG, Symrise AG, tedox KG, Stiftung Niedersachsen, THIMM Group GmbH & Co. KG und Mahr GmbH. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Sparkasse Göttingen unterstützen das Projekt mit 500000 Euro. 2,9 Millionen Euro Landesmittel sind bewilligt, weitere 2 Millionen Euro sind beantragt. pug

Den Gästen stellte anschließend Gebäudemanagement-Leiter Bolli das Bauprojekt vor. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1877 sei für die beteiligten Gewerke eine Herausforderung. Es sei aber für die künftige Nutzung hinsichtlich der ursprünglichen Raumstruktur „bestens geeignet“. Nachdem nun der Rückbau abgeschlossen sei und die Zoologische Sammlung mit 40000 Exponaten vorübergehend ausgelagert, könne nun der Umbau zum Forum Wissen beginnen. Die Grundsteinlegung an der Stelle, wo ein Neubau an den Mittelflügel des historischen Gebäudes angefügt wird, symbolisierte den Start in die Phase der baulichen Realisierung.

Gespräch mit Oberbürgermeister Köhler. Quelle: CHH

Von Angela Brünjes

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