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Gut gekühlt gegen Herzrhythmusstörungen

Katheter Gut gekühlt gegen Herzrhythmusstörungen

Das Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen setzt eine neue Behandlungsmethode ein. Dabei werden Patienten  mit Vorhofflimmern mit einer Kombination zweier bewährter Verfahren behandelt: die Magnetnavigation und die gekühlte Radiofrequenz (RF)Ablation, eine Verödung mit Hochfrequenzstrom.

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Monitorabbildung des Herzens: Verödungspunkte, als rote Punkte oben links sichtbar, werden um die Lungenvenen (blau) gesetzt und bilden nach der Verödung eine Barriere.

Quelle: umg

Bei der Ablation wärmen die Kardiologen über einen Katheter, der über zwei große Magneten präzise gesteuert wird, mit bis zu 40 Grad jene Stellen des Herzmuskels, die das Organ aus dem Takt bringen. Durch die Wärmeentwicklung werden diese Zellen des Muskels verödet. Bei der neuen Methode wird die Katheterspitze durch eine raumtemperierte Kochsalzlösung auf 23 Grad Celsius gekühlt. Durch den so genannten „cooltip“ kann die Verödung tiefer im Gewebe erfolgen. Dies geschieht an den Entstehungsorten der Herzrhythmusstörungen, an den Erregungspunkten. 

„Das neue Verfahren setzen wir vor allem bei Patienten mit Vorhofflimmern ein“, erklärt Prof. Markus Zabel, Schwerpunktprofessur für Klinische Elektrophysiologie und Oberarzt der Abteilung Kardiologie und Pneumologie. Denn bei dieser Form der Herzrhythmusstörung reiche es nicht einzelne Punkte auf dem Herzmuskel zu veröden. Hier handle es sich nicht um zusätzliche Reizbahnen, die man „elegant“ mit wenigen Punkten ausschalten könne. Ganze Herde feuerten hier Reize in die Lungenvenen. Viele Punkte müssten durch die Verödung zu einer Linie oder Kette zusammengefügt werden, um eine Barriere für die Reize zu bilden. 100 bis 150 Punkte werden pro Behandlung verödet. 

„Die Kombination von gekühlter Ablation mit der magnetischen Steuerung hat weitere entscheidende Vorteile“, sagt Prof. Zabel. So sei die Navigation sicherer für den Patienten. Das Magnetfeld liege am Herzen, die Steuerung sei damit direkt vor Ort und nicht wie bei anderen Verfahren ein bis eineinhalb Meter entfernt.

Verfahren wird Routine

Am Herzzentrum Göttingen wurden inzwischen 60 Patienten mit der neuen Methode erfolgreich behandelt. „Damit sind wir eine der ersten Kliniken in Deutschland, die dieses  Verfahren in der Routine anwendet“, so Prof. Zabel. In Deutschland gibt es 13 Kliniken, die mit der Magnetnavigation ausgestattet sind. 

Christiane Böhm

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