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Göttingen Studenten bauen E-Rennwagen
Campus Göttingen Studenten bauen E-Rennwagen
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00:31 21.05.2018
Der neue E_HAWK18-Renner bei der Vorstellung in Einbeck. Quelle: r
Einbeck/Göttingen

Neu an dem Fahrzeug des rund 40köpfigen Formula Student-Teams „Blue Flash“ der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) ist die höhere Betriebsspannung, durch die der elektrischen Antrieb des Rennwagens effizienter genutzt werden kann, erklärt die HAWK. Außerdem habe das Team viel Zeit in die aerodynamische Optimierung des Fahrzeugs gesteckt.

Antriebsspannung verdoppelt

Gegenüber dem Vorgängermodell “E_HAWK17” wurde die Antriebsspannung auf 117,6 Volt verdoppelt. Damit stieg die Antriebsleistung von maximal 25 auf 80 Kilowatt. Die Akkukapazität beträgt jetzt 7,4 statt wie zuvor knapp fünf Kilowattstunden. Die Höchstgeschwindigkeit stieg geringfügig von 110 auf 120 Stundenkilometer, das Gewicht von 177 auf 185 Kilogramm. Die Beschleunigung auf 75 Metern sank von 5,7 auf 4,6 Sekunden. Das Drehmoment wurde mehr als verdoppelt: von 398 auf 840 Newtonmeter.

Großes Thema für diese Saison waren auch die Sicherheit und die Entwicklung eines eigenen Bordcomputers, mit der etwa zwei Kilo Gewicht reduziert werden konnten. Das Ziel: Auch in der aktuellen Saison will Blue Flash Vorreiter in der Niedervolt-Technik bleiben und mit diesem Antriebskonzept zeigen, dass auch ungewöhnliche Wege zum Erfolg führen können. „Wir haben uns vorgenommen, bei der Formula Student Germany eine Top-Ten-Platzierung zu erreichen“, erklärte der technische Leiter Christof Germershausen vor etwa 250 Gästen. Diese Disziplin sei eines der schwierigsten der Konstruktionswettbewerbe.

„Autos sehr PR-wirksam“

HAWK-Präsident Marc Hudy hob generell die guten Konstruktionsleistungen der Studierenden an der HAWK hervor: „Diese Projekte sind meist interdisziplinär. Das ist typisch für die spätere Berufslaufbahn und daher wichtig, diese Aufgaben bereits im Studium zu stellen.“

Außerdem sei die regionale Anbindung für die HAWK relevant: „Auch für Studierende ist es wichtig zu sehen, was es heißt, regional vernetzt zu sein.“ Und ein weiterer positiver Nebeneffekt: Gerade Autos seien sehr PR-wirksam, die E_HAWKs auf den Hochschul-Messeständen zögen das Publikum stark an. Gearbeitet worden sei sogar in Nachtschichten und bis zur letzten Minute.

In den Fußstapfen der E-Pioniere

Lothar Meyer-Mertel, Geschäftsführer des PS-Speichers freute sich, im Rahmen der einzigartigen Oldtimer-Sammlung auch hochaktueller Ingenieurkunst der Elektromobilität einen passenden Rahmen geben zu können. „Die Elektromobilität ist eine uralte Geschichte, das älteste Fahrzeug als Replika in dieser Ausstellung ist 130 Jahre alt – dieser Antrieb wird schon so lange diskutiert, wie es Verbrennungsmotoren gibt.“ Es seien seit damals eine Menge Tüftler gewesen, die darüber nachgedacht hätten. Die HAWK-Studenten von Blue Flash bewegten sich in den Fußstapfen der Pioniere von damals. „Und man kann sagen, dass sie die Fußstapfen sehr gut ausfüllen.“

Sichtlich stolz auf das Team lobte Prof. Christopher Frey, Dekan der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik, den Einsatz und die Kreativität seiner angehenden Ingenieure und ihrer Kommilitonen aus den Fakultäten Ressourcenmanagement sowie Gestaltung am HAWK-Standort Hildesheim: „Mit Leidenschaft, Enthusiasmus und Freude wird gelernt.“

Von Matthias Heinzel

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