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Neue Maßstäbe für besseres Wohnen

Casa ecologica Neue Maßstäbe für besseres Wohnen

In einer Kooperation mit der peruanischen Universität Tarma haben acht Masterstudenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) das „Casa ecologica“, den Prototyp eines Hauses mit energetischer Selbstversorgung, geplant und gebaut. Mit Baumaterialien, die auch vor Ort einigermaßen erschwinglich zu beschaffen sind.

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Haben das gedämmte Wohnhaus entwickelt: Studenten und Professoren mit den Vertretern Universität und der peruanischen Gemeinde.

Quelle: HAWK

Göttingen.  Vor kurzem war Richtfest für das einer fünfköpfigen Familie Platz bietende Haus. Wenn der Holzrahmenbau in Ständerbauweise gegen Ende September fertig ist, wird er seine energetische Grundversorgung und die Wärme für Heizung und Wasser durch photovoltaische und solarthermische Anlagen selbst erzeugen und mit mehr als 40 Zentimeter dicken, aus Lehmziegeln, Spanplatten und heimischem Ichugras gefüllten Wänden ausgestattet sein. Ein Wärmeschutz, der  Spitzendämmwerte erreicht. „Das Haus wäre auch für Deutschland ein guter Qualitätsstandard“, bestätigt Florian Faß, einer der HAWK-Studenten.

Jeder hatte bei dem Projekt eine spezielle Aufgabe und damit auch eine eigene Verantwortlichkeit. Faß etwa hat in seiner Masterarbeit ein innovatives System für die Solarthermie entwickelt, welches eine Pumpensteuerung für die Versorgung und die Elektrizität für die Beleuchtung integriert.

 Andere, wie beispielsweise Nils Hagenhuth waren für die konstruktiven Teile oder die Doppelverglasung der Fenster zuständig, eine in Peru völlig unbekannte Bauweise. Entsprechende Silikatverrohrungen zur Aufnahme des Kondensationswassers, hierzulande technischer Standard, konnte der gelernte Schreiner Hagenhuth in Peru nicht finden, also war wie auch in vielen anderen Fällen Improvisationstalent gefragt. Wichtig bei all diesen Prozessen aber war auch, dass die örtlichen Handwerker gleich in den Produktionsprozess mit einbezogen wurden.    
 Schon seit längerem bestanden vonseiten der HAWK nach Peru gute Kontakte durch Hochschulabkommen.

„Wir haben seit 2011 einen Kooperationsvertrag mit der Universität in Chachapoyas im Norden Perus“, erklärt Professor Dr. Martin Thren von der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement. Seitdem konnten einige gemeinsame Projekte realisiert werden.  
In der Umgebung der Landeshauptstadt Tarma herrscht ein Tageszeiten-Klima mit starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Während tagsüber Temperaturen von 20 Grad erreicht werden, sinkt das Thermometer nachts weit unter null. Ein unwirtliches Klima mit gesundheitsschädlichen Folgen. Solche Extreme kann der neue Haustyp abfangen. Das von den HAWK-Studenten mit Fertigbaumodulen konstruierte Wohnhaus soll als Vorzeigeprojekt neue Maßstäbe setzen, zur Nachahmung anregen und der massiven Landflucht in Peru entgegenwirken.   chb/r

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